Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.
Ausgerechnet jetzt wo vor einem Fest immer so viel vorzubereiten ist, hat es mich seit 2 Tagen mit Magen-Darm erwischt. Das ist nicht lustig und es geht mir ziemlich bescheiden.
Deswegen nur einen feucht-schlammigen Gruß von Sirius, der als Einziger das Gewitter vorhin so richtig Klasse fand. Nass und dreckig, das ist einfach sein Lieblingszustand…
Wo ziehen Wörrstädter am liebsten hin? Na da wo vorher auch schon andere Wörrstädter gelebt und sich wohl gefühlt haben. Auch unsere Beyla hat es in solch ein schönes Wörrstädter erprobtes Zuhause geschafft. Es dauerte am Umzugstag einige Zeit bis Beyla zur Ruhe kam und sich auch mal hinlegen konnte. So viel Neues, so Vieles was entdeckt und erkundet werden wollte. Sie bewegte sich ruhig, war aber beständig on Tour, durchs Haus, durch den Garten. Inzwischen nach drei Tagen ist Ruhe eingekehrt. Beyla fühlt sich wohl, liebt ihr kuscheliges Hundebett, kennt schon die Abläufe und findet auch die Nachbarshunde nett. So solls sein und nicht wie vorher, als die Hübsche an der Kette hing. Aber das hat sie abgehakt. Das einzige was zählt ist das neue Leben.
Also zu den besten Dingen die man bei dem Wetter machen kann, gehören schwimmen und ins neue Zuhause umziehen. Bevor sich Sirius und Snooker in die Fluten stürzen konnten, war allerdings Hundeschule angesagt. Alles hat seinen Preis und Pause zwischendrin war dringend nötig.
Aber dann kam die Belohnung
Paddy zog den Umzug vor und ist in eine „Wörrstädter“ erfahrene Familie gezogen, er ist nämlich der Dritte unserer Hunde, der dort ein Zuhause findet. Aber erstmal von Anfang an:
Im August 2015 zog unser Marlon zu seinem gepunkteten Mädel. Marlon war in manchen Situationen, wie sagt man, Verhaltens originell, na ihr wisst was ich meine, aber seine Familie hatte ihn so ins Herz geschlossen, dass sie sich nicht beirren ließen und durch dick und dünn zu ihrem Buben standen.
Nachdem 2019 Marlons Lebensgefährtin über die Regenbogenbrücke gegangen war, durfte unsere Twiggy als Marlons neue Freundin einziehen.
Und nun war es Marlon der sich für immer von Twiggy verabschieden musste. Und da kommt jetzt unser Paddy ins Spiel, der nun der neue Lebensgefährte von Twiggy ist. Ich hoffe ihr blickt da durch, das ist fast so wie mit Verwandschaftsverhältnissen, wo ich ziemlich schnell den Überblick verliere…
Na jedenfalls hat der liebe Paddy nach den vielen Monaten an der blöden Kette im Tierheim in Ruse nun sein erstes richtiges Zuhause. Haus kennt er nicht, aber er ist ein sanfter und verständiger Bub, der sich mit Hilfe seiner Menschen und von Twiggy rasch an die ganzen unbekannten Annehmlichkeiten gewöhnen wird. Auch der ernste Blick den er immer zeigt, es sei denn er ist total gelöst beim spielen, wird weicher werden und irgendwann der Vergangenheit angehören. Leb los lieber Paddy, jetzt wird alles gut.
Hallo ihr lieben Windelpaten, ich hoffe, ihr habt noch nicht die anderen Windeln bestellt, denn ich habe heute mal was Neues ausprobiert. Das Ömi ist doch recht schmal geworden, so dass die anderen Windelhösschen inzwischen einfach zu groß sind und nicht mehr gut sitzen, will sagen, das Pi läuft oft an der Seite raus. Deswegen habe ich diese hier versucht und das sieht weitaus besser aus. Sie liegen an und passen, eine Nummer größer, alsoGröße 5, wäre wahrscheinlich noch besser. Also, wenn ihr was schicken möchtet, bitte diese.
Ansonsten habe ich leider einen derartig vollen Schreibtisch, dass ich jetzt da weiter machen muss, leider…
Ob ihrs glaubt oder nicht, Ömi hat inzwischen alle Windelhösschen vollgepullert und anderweitig gefüllt… sprich die Buxen sind alle. Wäre super lieb von euch, wenn ihr bitte wieder Nachschub schicken könntet.
Und wenn ich heute schon am betteln bin, wer noch Sachen für den Flohmarkt beisteuern möchte, kann sie uns gerne bringen. Jetzt muss ich mich wieder an die Organisation vom Fest machen, bin nach zweieinhalb Jahren doch ziemlich außer Übung und hab erst heute Abend dran gedacht, dass wir ja einen Generator, nen Kühlhänger und natürlich auch eine Toilette brauchen. Jetzt aber fix…
Die Mischung machts, wie eigentlich immer im Leben. Die Mischung aus unseren vielen grauen Schnauzen und den Jungspunden. Sie profitieren sehr voneinander. Die Alten bleiben wacher, nehmen mehr Anteil und bleiben dadurch länger „jung“ und fit und die Jungen lernen Grenzen, Rücksicht nehmen und Respekt, auch wenn sie den Alten eigentlich körperlich überlegen sind. Natürlich funktioniert das nicht mit allen und man muss schon sehr sorgfältig die Gruppen zusammen stellen, aber wenn es passt, dann haben alle was davon.
Gestern hat sich unser Alterspräsident Darius für immer verabschiedet und am Sonntag hat sich eine der jungen, Lebenshungrigen Mädels in ihr neues Zuhause verabschiedet. So ist das Leben. Ronas neue Familie hat sie oft zum spazieren gehen besucht und so war schon vor dem Umzug eine gute Bindung entstanden. Nicht jeder Hund ist für lebhafte Kinder geeignet aber Rona ist gerne mittendrin statt nur dabei und genießt die viele Aufmerksamkeit. Um das Glück perfekt zu machen gibt es auch noch Hundekumpel Einstein, ein absolut lieber und entspannter Labradorrüde, der für den Ausgleich zu dem liebenswerten Hibbelchen Rona sorgt. Alle sind glücklich, denn die richtige Mischung machts 😉
Ein Bellen das uns 15 Jahre begleitet hat, ist verstummt. Darius hat heute seinen letzten Weg angetreten. Er hatte eine Leidenschaft und eine Manie, ESSEN, das war und blieb ihm das Wichtigste sein ganzes Leben lang, das ging immer und es gab fast nichts, das für Dari nicht essbar erschien, was zu ettlichen heiklen Situationen führte.
Als Dari 2010 und 2011 jeweils schwere Magen Darm OPs hatte, hing sein Leben am seidenen Faden, aber er kämpfte sich jedes Mal wieder hoch, überstand entgegen der Meinungen der Ärzte alles. Wir waren überzeugt, irgendwann bringt er sich mit irgendeinem Mist den er futtert, den er unterwegs blitzschnell inhaliert, um. Aber letztlich wars das nicht, sondern einfach sein hohes Alter von 16 Jahren und sein Körper der gestern sagte, nichts geht mehr.
Darius war nie der kooperativsten einer und in seinen jüngeren Jahren hatte er eine Spezialität: Männern in Sekundenschnelle das T Shirt in Fetzen zu reißen, ohne dass derjenige eine einzige Schramme, dafür aber einen gehörigen Schrecken davon trug.
Darius und Ayla, das war ein feststehender Begriff, die Beiden gehörten einfach zusammen und verbrachten über 10 Jahre hier gemeinsam. Als Ayla 2018 starb wurde Darius der Gefährte von Becky, die eigentlich anderen Hunden gegenüber unduldsam ist, aber mit Darius konnte sie sich arrangieren.
Ayla DariusDarius Becky
Interessenten hatte Darius kaum in all den Jahren und da er Fremde immer verbellte, waren die wenigen direkt abgeschreckt. So waren wir hier sein Zuhause und seine Familie und es gibt keinen, auch der langjährigen Helfer der Darius nicht kannte. Es wird komisch sein, dass das da kein Dari mehr steht, der Apfel, kleine Fische oder Karottenstücke für sich fordert. Dari war ein Original und wir werden ihn in lieber Erinnerung behalten. Als Wegzehrung gab es ein Kaninchenohr, so dass wir sicher sind, dass Dari es gut über die Regenbogenbrücke geschafft hat. Aber dort angekommen war sicherlich das erste was Dari fragte, wann es dort was zu essen gibt… Jetzt bist du wieder mit deinem Mädel Ayla zusammen, nichts tut mehr weh, alle Schwäche ist abgefallen. Machs gut lieber Knotterkopp, du wirst uns fehlen.
Am Freitag war der erste Verbandswechsel bei Baldur. Es sieht alles gut aus und das bleibt hoffentlich auch so, denn der Bub versteht überhaupt nicht, warum die Spaziergänge gestrichen sind. Der Arzt hat nochmal darauf hingewiesen, dass Baldur wirklich sehr ruhig gehalten werden muss. Die Bruchstelle am Ellenbogen wurde mit einer Platte versorgt und wenn sich die Schrauben lockern sollten, wäre das ganz schlecht. Also nur Minigänge an kurzer Leine, Schnuffelteppich und ausgiebige Ganzkörpermassagen. Zum Glück hat Baldur den Thorni sofort angenommen und nicht einmal versucht ihn abzustreifen, wenigstens was. Nur wie wir seine Rumhopserei verhindern sollen, wenn das Futter kommt, dazu ist uns noch nichts eingefallen…
Mit rumhopsen hat es das Pennymädchen ja nicht mehr so, obwohl sie immer noch gut zu Pfote ist. Das alte Mädel hat ihren Kumpels tschüß gesagt und lebt jetzt 5 Minuten vom Rheinufer weg in Oppenheim und lässt es sich gut gehen.
Gerade die Hunde mit langen Schlappohren haben gerne mal was mit den Ohren. Schön, wenn man einem Hund regelmäßig die Ohren säubern kann. Leider sind nicht alle da kooperativ. Unser Toffee findet das so gar nicht Klasse und zeigt das auch. Da diese Prozedur bei der man bei Toffee Maulkorb und drei Leute braucht auch nicht zum gewünschten Ergebnis führte, kam er heute beim Tierarzt in Narkose und die Ohren wurden ausgiebigst gespült. Wir hoffen, dass es jetzt abheilen kann, denn eine große Nachsorge ist bei dem Bub nicht drin, da sein Vertrauen in Menschen ist leider sehr begrenzt ist.
Eigentlich wollte ich euch noch von den letzten beiden Trainings mit Ajana und Lennox berichten, habe aber gerade gemerkt, dass die Bilder noch gar nicht bearbeitet sind und heute wird das auch nix mehr, da Christian schon die Decke übern Kopp gezogen hat. Also müsst ihr bis Morgen warten, bis denne.
Heute wurde Baldurs Ellenbogen operiert. Die Spitze des Ellenbogens war abgebrochen und nicht wieder richtig angewachsen. Nach der OP kommt jetzt der schwerste Teil der ganzen Sache, nämlich diesen Quirl von Hund für mindestens 3 Wochen auch nur einigermaßen ruhig zu halten. Wir haben einige Vorkehrungen getroffen, mal schauen wie das funktioniert.
Während Baldur unterm Messer lag, wurden im Tierheim von Isa alle Neuankömmlinge vom Wochenende untersucht. Ganz besonders hat es ihr die kleine Knoppi angetan. Leider geht im Moment nichts mit Pflegestelle bei Isa. Das Mädel kommt in ihrer Gruppe hier gut zurecht, aber mehr Mensch und mehr rankuscheln wäre schon schön…