Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.
Vor 10 Wochen kam Shanti hier bei uns an und sah aus wie ein dürres, gerupftes Hühnchen. Davon ist nichts mehr zu sehen. Körper und Geist haben sich wunderbar erholt und sind jetzt bereit für den nächsten Lebensabschnitt, ein richtiges Zuhause bei lieben Menschen.
Durch Maddies schwarzes Fell fällt es bei den Bildern nicht so auf wie dünn sie war als sie vor zweieinhalb Wochen hier ankam und wie sehr sie sich schon erholt hat. Was aber auf jeden Fall auffällt ist ihr „neuer“ Blick mit dem sie strahlend und erwartungsvoll ins Leben schaut. Das Fell glänzt wie ein Lackschuh, black ist einfach beautiful, Maddie auf jeden Fall, von außen wie von innen.
Wenn die Neulinge eine Weile da sind merkt man wie sie sich verändern. Eine große Rolle spielen dabei natürlich die jeweiligen Hunde mit denen sie zusammen sind. Wenn wir merken dass sie sich gegenseitig nicht gut tun, sich einer unwohl fühlt oder sich in eine weniger positive Richtung verändert, dann ist es Zeit umzuziehen und die Gruppen neu zusammen zu setzen.
Rover war nach dem Auszug von Jasper nicht so wahnsinnig glücklich mit Karla, die sehr energiegeladen ist und viel und sehr robust spielt. Jasper konnte damit gut umgehen und ist ihr nicht unähnlich, Rover war da immer etwas außen vor, was für ihn ok war, aber jetzt musste er sich mit Karla auseinandersetzen und das war ihm zu stressig denn er ist eher ein ruhigerer Typ.
Gandalf wieder rum ist ähnlich in Umgang und Spielverhalten wie Karla und Tari versuchte da zwar mitzuhalten, aber da sie eher unsicher ist, bekommt sie auch rasch mal was in den falschen Hals wenn zuviel Wallung drin ist. Also zog Tari zu Rover und Karla zu Gandalf.
Tari muss sich jetzt erstmal neu sortieren und hält sich deswegen zurück, zumal sie sich mit Veränderungen in ihrer Unsicherheit nicht so leicht tut. Aber das Leben besteht nun mal aus Veränderungen und deswegen übt das auch und Tari wird wieder etwas daraus lernen. Rover gab sich alle Mühe ihr ein nettes Willkommen zu bereiten aber das kann Tari im Moment noch nicht annehmen. In ein paar Tagen sieht die Welt für sie schon wieder anders aus und sie wird wieder entspannter aus der Wäsche schauen und sich auf das Spiel mit Rover einlassen können.
Karla und Gandalf, die beide nicht sehr zartbesaitet sondern eher robust sind haben sich nicht lange geziert und sofort losgespielt. Sie können das ab wenns auch mal hoch hergeht.
Noch ist es mild aber der Winter wird uns trotzdem nicht erspart bleiben. Deswegen sind wir wieder ganz besonders froh, dass zwei dünnfellige Schätze zu ihren neuen Familien umziehen durften.
Bessys neue Menschen leben seit 22 Jahren mit Ex Wörrstädtern zusammen. Nun zog mit Bessy der dritte Hund von uns dort ein. Das junge Mädel ist so eine liebe Maus, sie sucht viel Nähe und Zuwendung und ist noch froh wenn ihr die Menschen in so manchen Situationen Rückendeckung geben. Sie hat jetzt alle Zeit der Welt sich in Ruhe und mit liebevoller Unterstützung zu entwickeln und ihr neues Leben zu erobern.
Auch im neuen Zuhause vom babbisch Gutzje Jasper hat vorher mit Greta eine Ex Wörrrstäderin gelebt. Jasper ist ein gutmütiger Kerl und extrem anhänglich. Auch wenn die Zeit an der Kette für ihn schwer auszuhalten war, ist er trotzdem ein Hund der auch in schlimmen Zeiten nicht die gute Laune verliert und der immer positiv und voller Hoffnung ist. Umso schöner für Jasper, dass er nicht lange darauf warten musste, dass sich seine Hoffnung auf ein besseres Leben und liebe Menschen an seiner Seite erfüllt hat.
Unserer lieben Tierphysio Isa läuft die Zeit davon, denn sie hat immer noch keine neue Bleibe für sich, ihren Sohn und die drei kleinen Schnuffels gefunden. Zu allem Unglück ist die Heizung in ihrem derzeitig gemieteten Häusschen altersschwach und kann nach Auskunft des Handwerkers der sie vor einigen Tagen erst wieder ans laufen brachte, jederzeit komplett den Geist aufgeben. Der Vermieter möchte kein Geld mehr in das Haus stecken, da er es verkauft. Das wäre der Super Gau, da Isa auch Menschenphysio ist und ein ungeheizter Behandlungsraum es ihr unmöglich machen würde zu arbeiten. Das ist eine ungeheuer belastende Situation für Isa und ihre Familie und deshalb möchten wir euch händeringend bitten euch umzuhören, um ein kleines Häuschen mit Garten/Hof bis max. 1000 € Warmmiete im Umkreis von ca. 15-20 km um Wörrstadt zu finden. Irgendwo muss es doch einen tierlieben Vermieter geben. Wer etwas anzubieten hat meldet sich bitte direkt bei Isa unter Isabell-Degen-Schreck@t-online.de
Vielleicht ist euch gestern in dem Video eine hübsche, große Hündin aufgefallen. Sie heißt Jenna, mal wieder eine Schnute aus Spanien. Das vierjährige Mädel ist eine total liebe und freundliche mit Mensch wie Hund und auch Katzenverträglich. Schmusen, spielen, spazieren gehen dafür ist Jenna immer zu haben. Im Moment ist sie noch sehr dünn aber soviel wie sie futtert, wird sie bald wieder was auf den Rippen haben. Jenna ist auch draußen gelassen und unaufgeregt unterwegs. Sie sucht ein liebevolles Zuhause bei eher aktiven Menschen, sehr gerne als Zweithund. Wenn euch Jennas warmer Blick auch so ans Herz geht wie uns, dann solltet ihr euch mal melden und sie kennen lernen.
Wie wir in Minas Impfausweis gesehen haben wurde sie am 10.07.2010 im Tierheim in Ruse/Bulgarien kastriert und gechipt. Das heißt, dass dieses bescheidene, ruhige Mädel 12 Jahre, ihr ganzes Leben, dort zugebracht hat. Was für eine Schande, dass sie soviel kostbare Lebenszeit so sinnlos dort vergeuden musste. In der Ruhe liegt die Kraft, dieser Spruch passt zu Mina und das ist es vielleicht, dass sie diese unglaublich lange Zeit unter schlechtesten Bedingungen doch recht unbeschadet an Körper und Geist überstanden hat. Sie regt sich nicht unnütz auf, sie nimmt die Dinge wie sie kommen ohne ihre Energie in einem aussichtslosen Kampf gegen Umstände die sie nicht ändern konnte zu vergeuden. Sie blüht auf ihre stille Art jeden Tag ein bisschen mehr auf, zeigt Freude und ist auch auf den Spaziergängen unterwegs erstaunlich gelassen und abgeklärt, obwohl sie ja eigentlich nichts kennt. Was für ein tolles Hundemädchen mit einem beeindruckenden Wesen. Die leisen Töne sind ihre und wir hören ganz genau hin, damit wir ihr jeden Wunsch erfüllen können. Mina ist eine Kämpferin, die nicht laut zu sein braucht um das Leben zu meistern und der kleine alte Elias orientiert sich sehr an ihr. Ihre Ruhe macht Elias Mut und gibt ihm Selbstvertrauen und so wird Elias auch jeden Tag mobiler und offener. Die beiden sind eine Schicksalsgemeinschaft auch wenn sie sich erst hier bei uns kennengelernt haben. In einer Situation wo es das Schicksal in ihrem letzten Lebensabschnitt endlich nochmal gut mit ihnen meint.
Apropos Hundesenioren, auch dieses Jahr bietet Laboklin in seiner Aktionswoche „Ein Herz für Senioren“ Vorsorgeuntersuchungen zu vergünstigten Preisen an. Wir machen einmal jährlich bei unseren Oldies ein Geriatrieprofil, damit wir es im Blick haben und gegensteuern können, wenn sich Altersbedingte Baustellen auftun.
Nachdem das letzte Halloween für Karla, Pepa und Frauchen ziemlich Nervenaufreibend war, haben die Drei es dieses Jahr mal anders probiert. Das Schild an die Haustür geklebt, Süßigkeiten davor gelegt uuuund, ganz prima ruhig wars, hat funktioniert. Vielleicht eine Anregung für den ein oder anderen. Karla und Pepa haben Halloween jedenfalls völlig entspannt verschlafen 🙂
Der alte Elias hat sicherlich ein hartes Leben hinter sich, aber trotzdem ist er nach vielen schlechten Erfahrungen noch in der Lage sich auf Menschen, auf was Neues einzulassen. Inzwischen findet er es richtig schön Streicheleinheiten zu bekommen und sucht unsere Nähe. Da er sich bei uns mehr bewegen kann, läuft er auch schon viel besser als er ankam. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.
Von den Neulingen habe ich zwei der Mädels noch gar nicht vorgestellt.
Maddie, eine vierjährige belgische Schäferhündin ist einfach nur ein Schatz. Sie ist weitaus ausgeglichener und ruhiger als man das so von Schäferhunden kennt. Sie sucht viel Nähe und Körperkontakt und ist mit jedem, ob Mensch ob Hund freundlich. Maddie ist eine sanfte Seele, die sich schwer getan hat, ein Jahr an der Kette in dem bulgarischen Tierheim zu überstehen. Jetzt wird alles gut werden, der erste Schritt in eine schöne Zukunft ist getan, denn Maddie ist nun bei uns und die richtigen, liebevollen Menschen werden wir schon finden.
Fehlt noch die einjährige Dulcelina. Sie kam mit nur wenigen Monaten in das bulgarische Tierheim und hatte bisher keine Möglichkeit etwas kennen zu lernen. Im Moment ist sie noch eher schüchtern und recht zurückgezogen. Sie möchte gerne aber bevor sie es so richtig wagt, verlässt sie wieder der Mut. Immerhin geht sie schon mit spazieren. Strasse und Autos findet Dulcelina gruselig aber sobald wir im Feld sind, ist die Welt wieder in Ordnung. Die Bilder wurden in Bulgarien in der Pension in der sie die letzte Zeit verbrachte gemacht. So locker ist sie hier noch nicht wieder drauf aber es ist ja auch erst eine Woche her, dass ihre kleine Welt in die Brüche ging und sie sich jetzt ganz neu sortieren muss. Aber das wird schon mit der Zeit.
Das tolle Wetter lockte heute Nachmittag einige Helfer ins Hundeheim um mit ihren Lieblingshunden einen richtig schönen, langen Spaziergang zu machen. Zu den Glücklichen zählte auch Neuzugang Carla, eine dreijährige Mischlingshündin. Sie hat sich riesig darüber gefreut und unaufgeregt aber interessiert Hundebegegnungen, Fahrräder, elektrische Rollstühle und einen tief fliegenden Hubschrauber bestaunt. Carla ist ein freundliches, zugewandtes Mädel, das hofft bald die richtigen Menschen hier zu treffen.
Opa Elias gings heute schon wieder ein Stückchen besser. Die Wärme tut seinen alten, kaputten Knochen gut und die Medikamente schlagen gut an.
Heute Morgen hatte Elias knapp 40 Fieber. Zum Glück bekamen wir direkt einen Termin beim Tierarzt. Die Ultraschalluntersuchung ergab, dass der alte Bub die ganze Blase voller Steine und Kristalle hat. Kein Wunder, dass er Blut gepinkelt hat. Die Behandlung die wir schon gestern Abend begonnen haben, hat zum Glück schnell gegriffen, so dass es Elias heute Nachmittag schon etwas besser ging und er sogar ein Sonnenbad genommen hat. Für weiteres müssen wir die Ergebnisse der ganzen Blutuntersuchungen abwarten und dann wissen wir was wir noch für Baustellen haben. Aber das Alterchen ist keiner der so schnell aufgibt und wir ja auch nicht.
Ui und noch ein kleines Spitzöhrchen, Es ist die vierjährige Kaja, die zusammen mit ihren Welpen ins Tierheim kam. Sie ist ein aufgewecktes Mädel, das viel Nähe sucht und sich über jede Aufmerksamkeit und Streicheleinheit freut. Die Untersuchung und Massage von unserer Physio Isa hat sie wie auch die anderen Neuankömmlinge sehr genossen.