Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.
Der heutige Vatertag wird für einen besonders schön, denn Higgins zählt jetzt zur Familie. Der quirlige, kluge Knopf ist am Montag umgezogen und bereichert jetzt das Familienleben. Die Familie hatte vorher ebenfalls einen Dackelmix und so sind ihr der Einfallsreichtum und auch manchmal Sturkopf der Burschen bestens bekannt.
Higgins lässt nichts anbrennen und ist voller Elan in sein neues Leben gestartet. Viel Glück und Spaß Euch zusammen.
Ab Morgen 19.05.2023 könnt ihr uns wieder was Gutes tun, indem ihr beim DM in Wörrstadt, Gutenbergstrasse 5, was einkauft und uns eure Stimme gebt. Kauft also besser nicht alles was ihr braucht auf einmal ein, sondern geht, wenn möglich, lieber öfter hin 😉 In der Nähe des Kassenbereichs findet ihr die Stimmzettel. JayJay braucht eine Zahnreinigung, deshalb stimmt fleissig für uns ab.
Zum Auftakt dieser Zukunftsinitiative fördert dm rund 3.000 Projekte von Vereinen, Organisationen oder Initiativen, die sich für die Zukunftsthemen engagieren. In den mehr als 2.000 dm-Märkten in Deutschland stellen sich vom 19. bis 31. Mai je zwei Zukunftsprojekte aus dem lokalen Umfeld vor. In diesem Zeitraum heißt es „Zukunft gestalten, Freude teilen“ und Kundinnen und Kunden können in den dm-Märkten ihrem Favoriten ihre Stimme geben. Am Ende der Aktion unterstützt jeder dm-Markt das jeweilige Projekt mit mehr Stimmen mit einer Spendensumme in Höhe von 600 Euro. Das zweitplatzierte Projekt wird mit jeweils 400 Euro unterstützt.
Nennen wir es Ironie des Schicksals, dass unserer Ajana erst eine todbringende Krankheit die schönste und glücklichste Zeit ihres Lebens bescheren sollte. Knapp zwei Jahre wartete sie bei uns auf ihr Zuhause, keiner interessierte sich für Ajana, obwohl sie einfach ein nettes Hundemädel und fern von problematisch war. Als Ajana im Januar die Diagnose T Zell Lymphom bekam war klar, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt. Die Diagnose war nicht zu ändern aber klar war, dass sie diese Zeit in einer Familie verbringen sollte um das gute Leben wenigstens zum Ende hin noch kennen zu lernen.
Als ich diese Frage nach einem Hospizplatz für Ajana in unsere Tierheimgruppe stellte haben sich direkt am nächsten Tag unsere lieben Helfer Inge und Heiko gemeldet. Mir fiel ein Stein vom Herzen, denn ich wusste dass Ajana dort geliebt und bestens betreut ihr Leben zu Ende leben darf. In Samba und Ramon zwei wunderbare Hundekumpels an ihrer Seite hat und die herrlich ruhige Natur im Hunsrück Ajana sehr gut tun wird. Am 23. Januar brachte ich Ajana in ihr neues Domizil. Sie lebte sich rasch ein und genoss das neue Leben in vollen Zügen, denn noch war sie voller Kraft und Tatendrang. Viele unserer HelferInnen haben Ajana besucht und sie hat die viele Aufmerksamkeit genossen und aufgesogen wie ein Schwamm.
Gestern nach 16 Wochen hatte der Krebs Ajana besiegt, die Kraft war zu Ende und mit Hilfe einer Tierärztin trat sie ihre letzte Reise an. 112 Tage gutes Leben, pures Glück, sich geliebt und behütet fühlen, ausgefüllte Tage, Nähe und Vertrauen, Familie erleben. Ajana auf diesem Weg zu begleiten war nicht immer leicht aber Inge und Heiko haben es aus vollem Herzen getan, in guten wie in schlechten Tagen waren sie immer an ihrer Seite. Dass ihr Ajana diese wunderbare Zeit geschenkt habt, dafür ist jeder Dank zu klein. Die meisten sagen, das könnte ich nicht. Warum, weil die eigenen Befindlichkeiten im Vordergrund stehen, die eigene Trauer die man in absehbarer Zeit bewältigen muss. Dass alles hintenan zu stellen mit dem Wunsch und dem Willen einer todkranken Seele noch mal alles zu geben, was sie in ihrem bisherigen Leben leider nie erleben durfte, das ist groß und hat Respekt verdient. 112 Tage die für Ajana alles bedeutet haben und es ihr ermöglicht haben viele schöne Erinnerungen mit auf die Reise zu nehmen.
Heiko war es ein Bedürfnis seine Gedanken zu ihrer Zeit mit Ajana zu teilen:
Liebe Ajana,
es ist jetzt wenige Stunden her, dass ich dich in meinem Schoß hielt und wir dich mit Tränen im Gesicht bei deinem letzten Atemzug begleitet haben. Wir wussten, dass durch deine Krankheit dieser Tag irgendwann kommen würde, aber es tut trotzdem sehr weh!
Genauso schmerzt die Erkenntnis, dass du nie eine reelle Chance auf ein wirkliches Leben hattest. Die Narben, die du in deinen ersten Lebensjahren in Bulgarien erlitten hast, waren tief, aber durch Christian und Karin hast du das erste Mal in deinem kurzen Leben eine Perspektive bekommen. Du hast bei ihnen gelernt, dass es ein Leben außerhalb der Kette gibt, hast angefangen deine Erlebnisse zu verarbeiten, erneutes Vertrauen in die Menschen zu fassen und zu hoffen, dass da noch viel mehr in deinem Leben kommt.
Doch dann kam diese fürchterliche Diagnose, die alles veränderte…
Wenn wir jetzt durch das Haus gehen, merken Inge und ich wie wir uns immer wieder nach dir umsehen, dich suchen, aber dein Platz ist leer. So leer, wie die Stelle neben mir auf dem Eingangspodest der Treppe, wo du immer neben mir lagst und dich an mich gekuschelt hast. Nein, wir brauchten keine Leine, du hast uns nie aus den Augen gelassen. Dein Zuhause und deine Menschen waren dir immer das Wichtigste und jeder Besuch hat dir neue Kraft gegeben, dich gegen deine Krankheit zu stemmen. Aber auch das größte Kämpferherz kann keine Wunder vollbringen.
Die letzten Tage ging es dir immer schlechter und wir haben gesehen, wie dich deine Kraft nach und nach verließ. Ich denke, der Regenbogen, den du und ich vorgestern im Garten gesehen haben, war ein Zeichen dich gehen lassen zu müssen. Wir wissen, dass du auf der anderen Seite auf uns warten wirst. Lotti wird bis dahin auf dich aufpassen!
Nun bist du nicht mehr hier und das letzte, was wir für dich tun konnten, war dich unter deinem Lieblingsbaum im Garten zu begraben. Du weißt: Der, unter dem du immer so gerne im Schatten gelegen und geschlafen hast.
Seit drei Wochen ist das Schnubbelchen das jetzt Wilma heißt bei uns. Wir haben viel Menschentraining gemacht und sie hat sich prima entwickelt. Sie ist ein nettes, knuffiges Mädel und ein echter Schoßhund. Heute waren wir beim Tierarzt zum durch checken und impfen. Altersmäßig wird sie auf ca. 6-8 Jahre geschätzt. Jetzt suchen wir ihr ein schönes Zuhause, wo man den kleinen Darth Vader so liebt wie sie ist und sie nie mehr im Stich lässt.
Unserem alten Bambi Mädchen geht es seit ein paar Tagen nicht gut. Sie hat plötzlich total entzündete Augen und einen sehr merkwürdigen Husten entwickelt. Ihr Bauch ist geschwollen was böse Ahnungen herauf beschwört. Also ab zum Tierarzt. Der Husten kommt nicht vom Herz und die Leber ist geschwollen. Blut für ein Geriatrieprofil wurde abgenommen. Bambi war so brav, dass man ihr ohne Narkose den Zahnstein entfernen konnte. Morgen gehts zu einem anderen Tierarzt zum Ultraschall und röntgen. Drückt die Daumen das der kleine Schatz nichts ernsthaftes hat…
Als Sadik vor vier Wochen bei uns ankam war er noch sehr besorgt und ängstlich. Selbst eine vorsichtige Berührung lies ihn vor Angst schreien. Er war in einem tiefen, ausgetrockneten Brunnen entsorgt worden und es dauerte lange bis sich endlich jemand seiner erbarmte. Kein Wunder also, dass er so verunsichert war was ihn erwarten würde. Aber Sadik hat hier jeden Tag so viele liebe und rücksichtsvolle Menschen kennengelernt, dass er sich rasch geöffnet hat und unsere Nähe suchte. Eine große Hilfe war ihm die fröhliche Bieni, die so eine wundervolle Art hat Hunden ihre Unsicherheit zu nehmen, sie einzubinden und ihnen zu zeigen, dass alles gut ist. Die Beiden sind ein gutes Team und Sadik ist total aufgeblüht. Ein Zuhause mit Hundekumpel wäre für Sadik wie auch Bieni wichtig. Mal sehen wann sich die richtigen Deckelchen finden…
Amber ist gestern in die Gruppe um Addi, Kuki, Jason und Buddy umgezogen. Sie ist ein nettes Mädel, die auch gerne mal spielt aber nicht ganz so viel Wallung braucht. Noch ist die Gruppe in der Kennenlernphase aber es harmoniert gut.
Gestern war großer Geschenketag. Zwei von Bertchens Paten haben sich neue Patenhunde ausgesucht und diese auch gleich mit großzügigen Geschenken bedacht:
Eine der Glücklichen ist unsere Elli die gestern sogar Kennenlernbesuch von ihrer Patin Yvonne bekam. Die beiden haben sich gleich gut verstanden obwohl Elli da noch gar nichts von den vielen leckeren Sachen wusste. Kumpel Loop freut sich auch schon da Elli natürlich mit ihm teilt, sonst hängt der Haussegen schief 😉
Unsere langjährige Patin, die liebe Frau M. von der Ostsee hat sich als Ersatz für Bertchen den Sydney ausgesucht. Zum persönlichen Kennenlernen ist es ja leider viel zu weit aber Frau M. schickt ihren Patenhunden immer liebevoll zusammengestellte Päckchen. Auch Sydney hat zugesagt seine Gefährtin Monic nicht leer ausgehen zu lassen.
Und dann hatten wir gestern noch ganz besonderen Besuch. Die beiden Freundinnen Mette und Jule haben sich ohne Zutun der Erwachsenen Gedanken gemacht wie sie unseren Hunden etwas Gutes tun können. Sie kamen auf die Idee Bilder zu malen und diese gegen eine Spende abzugeben. Sie gingen dann in Siefersheim von Haus zu Haus und ihre Bilder haben reißenden Absatz gefunden und unglaubliche 202,50 € erbracht. Danke Mette und Jule für eure tolle Idee und die viele Mühe die ihr euch mit den liebevoll gemalten Bildern gemacht habt. Und Danke natürlich auch den vielen Siefersheimern, die die Mädels mit einer Spende unterstützt haben. Zusammen kann aus etwas Kleinem etwas Großes werden.
Hunde sind hoch soziale Lebewesen und dementsprechend ist es wichtig, dass sie das mit Gefährten und in sozialen Begegnungen ausleben können. Je nach Neigung und sozialer Kompetenz leben unsere Hunde mit einem oder mehreren Partnern bis hin zu Gruppen von 15 Hunden zusammen. Aber Abwechslung ist gerade für die in zweier Teams lebenden Hunde wichtig, da dort viel weniger Fluktuation vorkommt, damit die soziale Kompetenz erhalten bleibt oder auch verbessert wird. Heute haben sich Lio und Anouk, die beide mit anderen Partnern leben, getroffen. Anfangs wurde erstmal abgetastet wer das neue Gegenüber ist, Reaktionen wurden ausgetestet und dann von beiden für gut befunden, was in einem ausgelassenen Spiel mündete. Den Beiden hat es großen Spaß gemacht und sie werden sich bestimmt noch öfter zu einem „Rendezvous“ treffen.
Vielen Hunden fehlt es leider an sozialen Begegnungen weil ihre Menschen Angst davor haben und ihrerseits leider keinerlei Kompetenz diesbezüglich haben. Mit der Zeit führen die falschen Reaktionen der Menschen, das permanente Ausweichen oft dazu, dass eigentlich verträgliche Hunde sich zwangsläufig dem Verhalten der Halter anpassen und dadurch selbst Ängste und Unverträglichkeiten entwickeln. Das nimmt den Hunden viel Lebensqualität, was ungeheuer schade ist.
Seit über zwei Wochen lässt sich unsere schwarze Schönheit Rajani, jetzt Amy, im neuen Zuhause unserer Helferin Julia und ihren Eltern verwöhnen. Bis vor Kurzem hatte dort die ex Wörrstädterin Kimba ein gutes und sehr geliebtes Leben. Nach einem halben Jahr intensiver Betreuung und Pflege war die plötzliche Leere im Haus um so erdrückender. Mit Amy ist nun wieder Leben und Freude eingezogen. Den Umzug hat sie ruhig, neugierig und ohne Hektik gemeistert. Einzig die offenen Treppen waren eine Herausforderung, aber auch die hatten ihren Schrecken bald verloren, nachdem Christian den „Auf- und Abstieg“ ein paar Mal mit Amy geübt hat. Inzwischen weiß die schwarze Perle wie der Hase läuft und hat gleich erkannt, dass Küche und Sofa ganz wichtige Orte sind. Alle fühlen sich wohl und sind glücklich miteinander. So solls sein. Bis zum Sommerfest ihr Lieben.
Heute mussten wir Monics Gehege in ein Fort Knox verwandeln. In den letzten Tagen hatte es hin und wieder gewittert und gestern Abend hat ein lauter Knall Monic in völlige Panik versetzt. Sie ist in ihrer wahnsinnigen Angst in der Lage sich durch 9 cm! enge Streben eines Bauzauns zu zwängen und ist dann nur noch panisch auf der Flucht. Wir haben jetzt rundum stabile, ganz kleinmaschige Gitter davor gesetzt und das dürfte jetzt hoffentlich standhalten. Sie ist wirklich die ärmste Hundeseele die wir hier haben.
Zwei Glückskekse dagegen sind klein Shorty und Freundin Dulcelina, die sich ganz wunderbar im neuen Zuhause eingelebt haben. Shorty wickelt jeden der ihn kennen lernt in 0 , nix um die Pfötchen und auch Dulcelina macht gute Fortschritte. Gemeinsam mit einem Freund an seiner Seite ist alles einfach viel leichter, macht Mut und ist Ansporn sich auch was zu trauen.
Das Leben im Wörrstädter Hundeheim, zwischen Warmduschern und Schattenparkern 😉
AddiAddiChampChamp
Wie alle Bulldoggen hat auch Schnappi eine abenteuerliche Figur, irgendwie konisch ( nein, nicht komisch). Na jedenfalls ist es schwierig sie einzukleiden. Da wir aber wirklich gut sortiert sind haben wir ein Geschirr für das Mädel gefunden das passt wie die Faust aufs Auge, optisch und figürlich natürlich auch. Man beachte die bunten Monster auf dem Muster ;-))) Schnappi fands jedenfalls Klasse und hat sich damit freudestrahlend unterwegs auf dem Spaziergang gezeigt.
Gerade für unsere Langzeitkandidaten ist es besonders wichtig, dass sie immer wieder mal eine Auszeit von der täglichen Routine bekommen. Dank unserer Helferinnen Ute und Sabrina stand heute ein Ausflug mit Sara und Carlos bei schönstem Wetter mit anschließendem Picknick auf dem Programm. Die Hunde haben begeistert mitgemacht und waren sehr glücklich über die Zuwendung und die schönen Stunden. Zeit miteinander verbringen ist einfach das schönste Geschenk.