Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.

22.06.2023

Nachdem wir so oft gefragt wurden wie es Bertchen und Conny geht, hier sind die Beiden und ich finde sie sehen sehr glücklich und entspannt aus. Conny heißt jetzt Teddy und hat sich ganz prima ins häusliche Familienleben eingefunden. Hat gelernt zu lachen und in Bocksprüngen über die Wiese zu hüpfen. Und Bertchen ist so wie immer, fröhlich, cool und verfressen. Es könnte besser nicht sein für unsere beiden Oldies und ich denke, ihr seid über diese Nachricht genauso glücklich wie wir!!!

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21.06.2023

Viele die mit einem Wörrstädter glücklich sind, kommen auf die Idee ihr Glück noch zu vergrößern indem sie einen zweiten Wörrstädter dazu nehmen. Das ist immer eine super Idee und in der Regel findet sich auch der passende Zweithund. So wieder passiert am letzten Sonntag.

Vor zwei Jahren fand der liebe Stubbi sein Zuhause. Der freundliche Bub und seine Familie sahen auf unserer Homepage den kleinen Puck und hatten das Gefühl ihn unbedingt kennen lernen zu müssen. Gesagt, getan.

Es hat sofort gepasst mit Puck und Stubbi und natürlich auch den Menschen und ab gings ins neue Zuhause. Die zwei Jungs sind wie Kopf und Arsch und tun so, als wären sie schon immer best friends und würden sich schon ewig kennen. So schön und schnell kanns gehen. Viel Spaß zusammen ihr Lieben.

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20.06.2023

Die dritte im Bunde unserer Neuzugänge ist die zweijährige Katinka. Sie stammt ursprünglich aus der Ukraine und wurde von ihren Menschen aus dem fahrenden Auto in Höhe des Tierheims aus dem Fenster geworfen. Auch so kann man sich seines Hundes entledigen, zumindest nicht irgendwo im nirgendwo angebunden…

Das gut mittelgroße Mädel ist lebhaft, voller Entdeckergeist und Neugier. In Katinka ist Rassemäßig auf jeden Fall ein Treibhund mit drin, also ein intelligentes und pfiffiges Hundemädchen. Sie ist Kontaktfreudig, übermütig und aufgeschlossen und unterwegs sehr entspannt. 

Isa hat inzwischen festgestellt, dass der kleine Yogi nicht nur blind sondern auch taub ist. Da hat der Knopf wirklich ein schweres Päckchen zu tragen. Er würde sich über Paten freuen, die bei seinen Unterhaltskosten unterstützen. Erstmal werden wir jetzt zwei orthopädische Matten für Yogi kaufen, die allerdings nicht zu hoch sein dürfen, sonst traut er sich nicht mehr runter. Er hat mit so einigen Ängsten zu kämpfen, was angesichts seiner Mehrfachbehinderung verständlich ist. Aber mit viel Zeit wird es besser werden.

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19.06.2023

Shadow, ein Schattenhund, von vielen gesehen und anscheinend doch unsichtbar wenn es darum geht dass er endlich seine Chance bekommt. Der ältere Rüde wurde mit schlimmen Hautveränderungen in dem bulgarischen Kettentierheim gefunden. Die Mitarbeiter interessiert so etwas nicht, aber zum Glück hat Iwo den Buben bemerkt und sofort in die Klinik gebracht. Untersuchungen ergaben, dass Shadow eine Autoimmunkrankheit hat. Die Behandlung brachte guten Erfolg, muss aber weiter geführt werden.

Da uns ja in den letzten 2 Monaten leider drei unserer lieben Mädels aus der Seniorenhausgruppe verlassen haben, möchten wir wieder eine Hundeseele in Not in unsere Gnadenbrotgruppe aufnehmen. Shadow ist ein lieber, ruhiger Hundemann und es wird Zeit, dass er endlich raus aus dem Schatten ans Licht kommt und das gute Leben kennenlernt.

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18.06.2023

Das ist nicht nur ein Haufen Fell sondern ein Hund der über ewig lange Jahre völlig vernachlässigt wurde. Der kleine, ca. 12 jährige Rüde hatte einen Hodentumor, ein ausgestochenes Auge, eingewachsene, vereiterte Krallen und vieles mehr was das Leben zur Hölle macht. Dank der bulgarischen Kollegen konnte er gerettet werden.

An dem kleinen Mann ist vieles wieder gut zu machen und deswegen ist er seit gestern auf Dauerpflegestelle bei unserer lieben Physio Isa. Das Elfchen meinte sie hätte noch Platz in ihrem Buggy und den würde sie gerne einem bedürftigen, kleinen Kumpel anbieten. Wer wäre da besser geeignet als Yogi, der das Leben nur von der schlechtesten Seite kennt? Es wird Zeit, dass er endlich die Sonnenseite des Lebens kennen lernt. 

Natürlich ist so ein langer Transport für einen alten, blinden Hund ungleich anstrengender. Entsprechend erschöpft, verunsichert und unruhig war Yogi gestern nach seiner Ankunft im neuen Zuhause. Er muss ja jetzt auch erst lernen sich im neuen Umfeld zurecht zu finden. Isa, ihre Familie und die drei Hunde, darunter der blinde Teddy, haben den alten Buben jedenfalls herzlich willkommen geheißen und werden ihm jede Hilfestellung geben die er benötigt. Nach einer ruhigen Nacht, ging heute schon vieles besser und Yogi hatte sogar die Muße ein paar Stunden ein schönes Schläfchen im Schatten auf der Terrasse zu machen. Anschließend gabs das erste Kaustängelchen was er mit Begeisterung so wie alles andere essbare auch, gefuttert hat. Yogi der Anfang ist gemacht. Du hast jetzt alle Zeit der Welt dich in Ruhe einzuleben, du musst nichts mehr müssen, sondern es dir einfach nur noch gut gehen lassen.

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14.06.2023

Das Gegenteil vom quirligen Puck ist der sanfte Mogli, 4 Jahre jung und ein ganz feiner Schatz. Inzwischen ist er aufgefüttert und die Rippen sind nicht mehr zu sehen. Die Spaziergänge sind noch nicht ganz so weit, da der Knirps noch nicht so viel Kondition hat, die Hitze tut ihr Übriges aber es wird jeden Tag ein Stückchen länger. Mogli lebt mit Bini, Sadik und Champ in der Kleinhundgruppe zusammen.

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13.06.2023

Seit unfassbaren zweieinhalb Jahren ist Finley inzwischen bei uns. Nein, er ist kein Problemhund, Finni ist verträglich, läuft gut an der Leine, ist draußen auch bei Hundebegegnungen gelassen unterwegs, ist freundlich und verschmust. Offensichtlich tritt all das in den Hintergrund und wird völlig unwichtig, nur weil er einfach diese Minute um in Ruhe seinen Napf leeren zu können auch ungestört sein möchte. Das kann doch nicht zuviel verlangt sein. Wenn viele der Menschen mit denen wir zu tun haben nur eine so kleine Macke hätten wie Finley, dann wär alles gut, dann sähe für die Hunde vieles besser aus und auch uns würde es unseren Arbeitsalltag erheblich angenehmer und einfacher machen…

Heute haben Finley und seine Gefährtin Nola ein dickes Zeitgeschenk von unseren lieben Helferinnen Ute und Sabrina bekommen. Alle haben die gemeinsame Zeit sehr genossen. Danke euch dafür!

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12.06.2023

Diese junge Waldohreule wurde von ihren Geschwistern aus dem Nest geschubst, das sie ausgerechnet in einem Baum auf der Parkplatzwiese gebaut haben. Zum Glück hat eine unserer Helferinnen sie vor den Hunden entdeckt, sonst wäre es um sie geschehen gewesen. Christian brachte sie zum Eulen und Greifvogelschutz e.V. nach Appenheim wo sie fachgerecht versorgt und später ausgewildert werden wird.

In einen neuen Wirkungskreis verlagert wurde gestern auch unser Puck, er zog bei den 7 Kumpels der Urmel Gruppe ein. Puck hats super gemacht und sich riesig gefreut, jetzt so viele Freunde zum spielen und toben zu haben. Puck ist ein pfiffiges, aufgeschlossenes Kerlchen, der zwar ordentlich auf dem Gas steht, sich aber auch gut auf die Ruhe der Schmuserunden einlassen kann. Ein wirklich netter kleiner Knopf.

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11.06.2023

Am 25.12.2013 kam Thea sechsjährig zu uns. Sie lebte vorher in einem Shelter in Moskau, das abgebrannt war. Die Not war groß und so nahmen wir Thea auf. Der Beschreibung nach sollte Thea ein unproblematischer, freundlicher und offener Hund sein. Als ich Thea in ihrer Box sah, panisch in die letzte Ecke gedrückt, sagte der Fahrer des Transports : Oh ja, sie hat große Angst vorm Leben. Ja genau das hatte sie und die sollte nie wirklich vergehen.

Mit anderen Hunden war Thea wunderbar, mit jedem verträglich und verspielt aber als Mensch sollte man ihr in den ersten zwei Jahren nie den Rücken zudrehen, denn dann sah sie ihre Chance einen zu vertreiben indem sie einem in die Beine schnappte. Menschen wurden nie ihre Freunde, das Vertrauen hatten andere für den Rest ihres Lebens unwiederbringlich zerstört. Wir waren gut um ihr Futter zu bringen und irgendwann lies sich Thea das Brustgeschirr anziehen und ging mit spazieren aber auf Berührungen legte sie keinen Wert, sie zuckte als bekäme sie Stromschläge. Es war bitter das zu erleben und nicht wirklich größere Fortschritte zu erzielen.

Die Zeit ging ins Land und es war klar dass Thea so nicht vermittelbar war also zog sie zu uns mit ins Haus in die Gnadenbrotgruppe. Hier konnte sie sein wie sie war ohne bedrängt zu werden und ihr Leben in der großen Seniorengruppe leben. Sie gewöhnte sie an die Annehmlichkeiten in Haus und kam mit ihrem weitgehend selbstbestimmten Leben gut zurecht.

Thea war schon eine Weile hinten sehr schwach und brauchte unsere Unterstützung beim aufstehen was ihr nicht gut gefiel, vor allem da sie nicht mehr flüchten konnte.

Gestern Abend ging dann plötzlich nichts mehr und sie legte sich auf die Seite um zu sterben. Um halb Vier heute Nachmittag trat die alte Dame ihre letzte Reise an. Viele ihrer Gruppe haben sich von ihr verabschiedet. Fast 10 Jahre war Thea bei uns. Auch wenn sie auf unsere Nähe keinen Wert legte, so war sie doch Teil unserer Familie und lebte mit uns. Es wäre schön gewesen, wenn sie sich im Laufe der Jahre hätte mehr öffnen können aber die Vergangenheit lies das nicht zu. Wir wünschen ihr, dass sie da wo sie jetzt ist keine Angst vor Nichts und Niemandem mehr haben muss und endlich alles loslassen kann. Hab eine gute Reise Thea.

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09.06.2023

Eigentlich müssten wir es nach über 25 Jahren besser wissen, aber das Prinzip Hoffnung ist einfach doch stärker als die Lebenserfahrung. Termine mit Interessenten sind grundsätzlich für beide Seiten erstmal ein unverbindliches Kennenlernen. Wenn aber für einen Buben wie unseren dreibeinigen Lennox, für den sich noch nie einer interessiert hat, ein Anruf kommt und ein Termin vereinbart wird, dann kann man die innere Hoffnung wie schön es wäre fände er endlich seine Menschen, nicht unterdrücken. Der Termin vom Mittwoch wurde abgesagt und auf heute verlegt aber heute kam niemand und abgesagt wurde auch nicht. Und die kleine Hoffnungsblase ist mal wieder zerplatzt. Ach Lennox, wir hoffen weiter…

Dagegen hat unsere Magic gut lachen. Nicht dass sie ein Zuhause gefunden hätte aber sie wird nie versetzt, denn wenn unsere Helferin Meike sagt sie macht mit Magic einen Ausflug, dann kann sie sich darauf verlassen. Die Beiden hatten wieder viel Spaß und zum Schluss gabs noch ein lecker Eis im Kong. Was will Hund mehr, außer einem richtigen Zuhause natürlich.

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