Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.
Sieben Jahre an der Kette und viel Schlechtes erlebt in ihrem Leben und doch hat Bunny nie aufgegeben. Ist immer noch bereit sich zu öffnen und ihr Herz zu verschenken. Wer hätte gedacht dass sie so schnell liebe Menschen findet, die ihr Herz an sie verloren haben. Bunny belastet schon ihr Bein nach der Kreuzband OP und würde gerne springen und rennen aber das ist für die nächsten acht Wochen weiterhin tabu.
Aber jetzt ist sie unter liebevoller Aufsicht und auch diese Wochen gehen rum und dann kann das nette Mädel wieder durchstarten. Auch wenn Bunny sich freuen kann und auch super gerne schmust und die Nähe ihrer Menschen sucht, so wartet sie doch immer noch darauf, dass gleich was Schlimmes passiert. Man sieht es an ihrem meistens besorgten Blick. So ganz locker ist sie selten aber auch das wird die Zeit und viele positive Erfahrungen und wachsendes Vertrauen bringen. Du bist auf einem guten Weg und hast die besten Begleiter die Hund sich wünschen kann.
Heute kam das Ergebnis von Aris OP vom Pathologen. Nein natürlich kann es nicht irgendeine gutartige Geschwulst sein sondern ein Mastzelltumor Grad II. Da es schon der zweite ist der Ari wegoperiert wurde, ist es sehr wahrscheinlich, dass wieder was nachkommt. Ausgerechnet das Übersensibelchen. Aber wir tun was wir können, die Pilztherapie ist schon ausgearbeitet und dann hoffen wir, dass es anschlägt und er einfach noch eine gute Zeit hat.
Unser Neuzugang für die Gnadenbrotgruppe, die 11 jährige Palma hat auch so einige Baustellen. Wurde wegen Mamatumoren operiert, hat Leishmaniose und eine ausgerenkte Hüfte aber schon so lange, dass sich ein Ersatzgelenk gebildet hat. Palma hats bisher nicht gut gehabt und ist ein bescheidenes Mädel und genau deshalb wird es Zeit, dass wir ihr das geben was sie bisher vermissen musste, ein Zuhause, Zuneigung und gute Betreuung.
Es gibt so Hunde die springen einem sofort ins Herz. Der liebevolle Dorin ist eines dieser wunderbaren Geschöpfe. Er durfte vor zwei Wochen in ein ganz tolles Wörrstädter erfahrenes Zuhause ziehen. Er ist der vierte Wörrstädter der dort einzieht und teilt sich das Zuhause mit der Ex Wörrstädterin Bailey. Als der erste unserer Hunde dort alt wurde und mit dem Treppen laufen Probleme bekam, ließ die Familie einen Außenaufzug ans Haus anbauen. Problem gelöst und Hund konnte ganz komfortabel vom 2. Stock in den Garten kutschiert werden. Davon haben seitdem auch die nächsten alten Hunde profitiert.
Dorin und Bailey haben sich gleich gut verstanden und Dorin genießt nach zweieinhalb Jahren an der Kette sein gemütliches Zuhause und die viele Zuwendung und Aufmerksamkeit. Ein Traumhund in ein Traumzuhause, Mission erfüllt 😉
Irgendwie passiert so viel, dass ich kaum noch hinterher komme. Es fehlen noch drei Nasen von den Neuankömmlingen von vor einer Woche.
Der hübsche anderthalbjährige Amos hatte einen schlechten Start ins Leben, denn er kam mit sechs Monaten in das bulgarische Tierheim und landete direkt an der Kette. Ein Jahr seiner Jugend hat er so verbringen müssen aber Amos ist zum Glück ein durch und durch positiver Hund der nichts so richtig ernst nimmt. Er ist wie es für ein Pubertier nicht ungewöhnlich ist, übermütig, energetisch und macht aus allem das Beste. Ein Rohdiamant der in den richtigen Händen ein wunderbarer Begleiter werden wird.
Die einjährige, mittelgroße Seymore ist auch keine von der langweiligen Sorte. Ein flinkes Mädel mit den Pfoten und dem Kopf. Sie braucht ein Zuhause mit Garten zum toben und am besten einem verspielten Hundekumpel oder viel Hundekontakt. Menschen findet sie toll und ist ein rechtes babbisch Gutsje 😉
Im Gegensatz zu Amos und Seymore hat der neunjährige Koa die Lebensfreude nicht gerade gepachtet. Seit fünf Jahren hing er in dem bulgarischen Tierheim an der Kette und wer weiß wie beschissen sein Leben davor aussah. Er ist ein lieber, sanfter Kerl den das Leben gelehrt hat, dass man am besten durchkommt wenn man sich unsichtbar macht. Er ist noch schüchtern, mag und braucht es ruhig und wenn es ihm zuviel wird, versteckt er sich. Das braucht noch einiges an Überzeugungsarbeit, dass er aus seinem Schneckenhaus heraus kommt und hoffentlich irgendwann wieder ein fröhlicher Hund wird. Inzwischen ist er schon etwas aufgetaut und da Morgen Sonne sein soll, werden wir versuchen ein paar Bilder von ihm zu machen.
Da einige unserer Hunde in ein neues Zuhause ziehen konnten, war Platz um ein paar frierende Neuankömmlinge aufnehmen zu können. Drei Zwerge die es im Winter besonders schwer haben waren darunter.
Die 11 monatige Lotte ist klein aber oho, voller Energie und mit überschwänglicher Begeisterung für Menschen. Sie ist selbstbewusst und Lebensfroh und ein mittendrin ist auch dabei Hund
Der achtmonatige Davie ist vom Wesen her Lotte sehr ähnlich nur ein bisschen größer.
Der vierjährige Chihuahuamix Stanley ist so ein zarter, kleiner Kerl, der vor Kälte am zittern war egal was wir ihm angezogen haben. Er hat bisher draußen gelebt und es ist uns ein Rätsel wie er das überstanden hat. Zum Glück durfte er bei einer Helferin auf Pflegestelle ziehen. Er ist sooo froh endlich im Warmen zu sein und nutzt jede Gelegenheit sich bei den Menschen ranzukuscheln. Sie sind total begeistert von dem Zwerg. Bilder dazu kommen.
Heute gibts nur was Kurzes zu unseren Patienten, denn ich schlafe fast im stehen ein. Ari hat es die Nacht gut damit gemeint mich ungebeten mit Bellen und Jammern zu unterhalten, Schlaf war da nicht wirklich drin. Jedenfalls hat sich der Bub heute Morgen wieder an seine Beine erinnert und ist nach draußen marschiert. Den Tag hat er ziemlich verschlafen aber das ist bei einem alten Hund zumal nach einer solchen OP ja auch richtig und wichtig.
Bunny erholt sich prima, sie hat heute erstaunlicherweise schon begonnen das oprierte Bein ganz leicht zu belasten. Morgen wird das Pflaster erneuert und dann sehen wir, ob es weiterhin so gut heilt wie es gestern aussah. So Schluß jetzt, Nachti…
Heute musste Hundeopi Rosario gennant Ari unters Messer. Innerhalb weniger Wochen hatte sich ein schnell wachsender Tumor entwickelt, der entfernt werden musste. Wir haben ihn einschicken lassen und warten auf das Ergebnis des Pathologen, um die weitere Behandlung darauf abstimmen zu können. Ari ist inzwischen, besonders seit seinem Vestibularsyndrom vor ettlichen Monaten, recht tüdelig geworden. So tut er sich noch schwerer als vorher schon mit neuen Dingen und Veränderungen. Wir haben ihn im Bade- und Behandlungshaus in Ruhe seine Narkose ausschlafen lassen.
Dass er nicht in seiner gewohnten Umgebung war hat ihn unheimlich aufgeregt und er hat dann auch später im Haus geraume Zeit gebraucht sich wieder zu beruhigen. Gefuttert hat er gut und jetzt schäft er entspannt. Mal sehen wie das weitergeht, denn bisher weigert er sich zu laufen. Er hat eine große OP Narbe am Bauch und dass scheint sich in seinem Kopf zu manifestieren, dass damit die Beine nicht mehr zu gebrauchen sind. Tragen ist durch die Wunde aber auch nicht wirklich praktikabel. Na ja, wir werden es wie immer irgendwie hinbekommen.
So eine gute Nachricht muss jetzt wenigstens noch kommen. Am Samstag ist Basti in sein neues Wörrstädter erfahrenes Zuhause gezogen. Dort lebt nämlich unsere Susi mit ihrem kleinen Kumpel. Die Drei haben sich gleich gut verstanden und Basti war total entspannt beim Einzug. Da er bei uns mit im Haus gelebt hat war ihm das alles bekannt. Wie schön, dass der liebe Bub gar nicht lange warten musste um sein Glück zu finden.
Heute war Bunnys OP. Wie sich herausstellte ist der nekrotisierte Hüftkopf eine alte Geschichte und es hat sich bereits ein Ersatzgelenk drum herum gebildet, so dass hier nichts gemacht werden musste. Aber der festgestellte Kreuzbandriss wurde operiert, so dass wir nicht umsonst nach Weiterstadt gefahren sind. Bunny war super lieb, die OP ist gut verlaufen und jetzt ruht sie sich erstmal aus. Sie muss eh die nächsten Wochen ganz langsam machen, aber da sie kein hektischer Hund ist, wird sie damit gut zurecht kommen.
Ich weiß, zum Wochenanfang möchtet ihr gute Nachrichten haben. Die hätte ich auch aber die traurigen kommen trotzdem zuerst.
Den Termin den wir für Morgen mit Olivia beim Kardiologen gehabt hätten werden wird nicht wahrnehmen können, denn das Olivchen ist heute Abend um 18.00 für immer von alleine eingeschlafen. Eine halbe Stunde vorher sind ihr noch zwei große Lachen blutige Flüssigkeit aus dem After gelaufen und dann ging es ganz schnell. So wie sie allein von gestern auf heute verfallen ist, war mir klar, dass da noch was ganz anderes im Busch war als nur die Herzproblematik. Das Bild mit Finley war von gestern Abend, das nächste von heute Vormittag und das Letzte von heute Nachmittag. Allein an den Bildern sieht man den rasend schnellen Verlauf.
Nun Olivchen, es hat so sollen sein. Am 30.05.2020 kamst du zu uns. Stark übergewichtig, sehr ängstlich und mit vielem panisch. An der Leine laufen war der Supergau für dich und es hat geraume Zeit gebraucht bis spazieren gehen möglich war. Vertrauen in Menschen war nur sehr wenig vorhanden aber irgendwie hast du mich in dein Herz gelassen und wir haben Stück für Stück schöne Fortschritte gemacht. 11 Jahre warst du jetzt und die Zeit bei uns hat dir gezeigt, dass es auch ein gutes Leben gibt und Menschen die dich sehr lieb gehabt haben. Viele Kumpels hast du in deiner Hausgruppe in den knapp fünf Jahren kommen und gehen sehen, auch im Umgang mit anderen Hunden bist du mit der Zeit so viel sicherer geworden. Die anderen haben dir viel gegeben und du hast immer ihre Nähe gesucht. Wir hatten gute Jahre zusammen aber jetzt ist unsere gemeinsame Zeit zu Ende. Machs gut Olivchen, jetzt brauchst du dich nie mehr vor irgendwas fürchten.
Lange hat es der liebe Konny ohne sein Bertchen nicht ausgehaalten. Knapp sechs Wochen nach Bertas Tod ist Konny ihr nun gefolgt. Das schreibt sein Frauchen:
„Nur knapp 6 Wochen nachdem Bella (Berta) gegangen ist, ist unser Teddy (Konny) ihr gefolgt. Von der Diagnose bis zum Abschied hatten wir 9 Tage. Er hat aufgehört zu fressen, es wurde ein Milztumor festgestellt, das Bäuchlein war voll Wasser. Wir konnten ihn nur noch begleiten. Nicht mehr retten.
Am Donnerstagnachmittag ist Teddy dann genauso gegangen, wie er immer war. Ganz leise und unauffällig. Dank einem freundlichen Tierarzt konnte er hier zuhause in seiner Lieblingsecke einschlafen. Teddy war das anspruchsloseste Wesen, das wir je kennengelernt haben. War für alles dankbar, hat nie was gefordert. Er war was ganz besonderes. Und sitzt hoffentlich jetzt quietschvergnügt mit Bella auf einer Wolke.“
Ja lieber Konny, genau das wünschen wir euch Beiden von Herzen!