Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.
Und der nächste Auszügler, unsere kleine Melba. Couchplatz ist schon gesichert und viel alleine bleiben muss das anhängliche Mädel auch nicht mehr. Und wie es der Zufall so will wohnt direkt gegenüber die Ex Wörrstädterin Lucy, gemeinsame Spaziergänge sind schon in Arbeit 😉 Auf ins neue Leben.
Neues Jahr, neues Glück. Am 02.01.26 zog als Erster dieses Jahr Barry (schwarz) ins neue Zuhause um. Sein neuer Kumpel ist der Ex Wörrstädter Timmy. Die beiden Jungs haben richtig viel Spaß zusammen und sind sich von Energie und Unsinn in ihren pubertierenden Köpfen ebenbürtig 😉
Barry ist ins schöne Saarland gezogen und wird bestimmt auch mal mit Lyoner belohnt werden. Barry wurde als ganz junger Hund von einem alten Menschen angeschafft, der ihm in keinster Weis gerecht werden konnte und inzwischen in ein Pflegeheim umziehen musste. Der einjährige Barry genießt es daher jetzt umso mehr rennen und toben zu können. In seinem neuen Zuhause hat er sich gleich wohlgefühlt, viele Hände zum streicheln, viel Zeit zum spazieren gehen und den Kumpel als besonderes Goodie obendrauf. Jetzt kann das Leben richtig losgehen. Viel Spaß Barry!!!
Frohes Neues ihr Alle. Haben wir es mal wieder hinter uns gebracht. Auf dem Bild seht ihr die Ex Wörrstädterin Kenia der die Böllerei eine Heidenangst macht und ihre Menschen die Silvesternacht deshalb im Flughafenhotel verbracht haben. Dort ist es absolut schalldicht und mit einem netten Service da es sehr viele Hundehalter gibt die sich dorthin flüchten.
Manche sind Nachts mit ihren Hunden stundenlang auf der Autobahn unterwegs gewesen um all dem zu entfliehen. Wie auch immer, Hauptsache der Mensch macht sich Gedanken wie er es für seine tierische Familie am erträglichsten gestaltet.
Ich hatte vor Silvester von Tierheimen gehört, die in ihren Hundehäusern „braunes Rauschen“ abspielen. Weißes Rauschen kannte ich, braunes nicht. Als ich es mir angehört habe, hat mich das sehr an das Geräusch unserer alten Dunstabzugshaube erinnert. Und in der Tat die hört sich genauso an. Und was soll ich sagen, es hat unserem Finley geholfen. Natürlich war er trotzdem aufgeregt und hat gebellt aber lange nicht so extrem wie sonst in solchen Situationen und er ist auch hinterher schneller zur Ruhe gekommen. Alle Hunde haben mit dem Abendessen Nurexan ad.us.Vet von Heel mit ins Futter bekommen und bis auf einige der unsicheren und ängstlichen Hunde waren heute Morgen alle gut drauf und für das Geballer das bis 02.00 ging erstaunlich entspannt. Kurz gesagt es war schon schlimmer, kommt halt auch immer auf die jeweiligen Hunde an die wir zu dem Zeitpunkt hier haben, aber ich könnte getrost auf diesen ganzen unseligen Rummel verzichten ohne das mir etwas im Geringsten fehlen würde…..
Noch kann Finley sich entspannt an Franny kuscheln und in Ruhe schlafen. Das wird Morgen nicht möglich sein, denn Finley ist genauso wie Rosa und einige andere extrem Geräuschempfindlich. Finley ist dann stundenlang am bellen und sich im Kreis drehen, nichts kann ihn beruhigen. Rosa schießt mit aufgerissenen Augen und panischem Blick wie eine Flipperkugel durch die Gegend. Es ist also alles „bestens vorbereitet“ für ein stressiges Silvester. Draußen können so ettliche schon seit gestern nicht mehr an sich halten und jagen ihre drecks Böller in die Luft. Wenn man diesen Tag im Jahr streichen könnte wär ich sehr dafür. Aber da müssen wir wie jedes Jahr durch um am ersten Januar hundemüde und genervt ins neue Jahr zu starten. Schön ist anders… Vielleicht habt ihr ja mehr Spaß, es sei euch gegönnt.
Als letzter unserer Schützlinge ist Tamino vor drei Tagen in sein neues Zuhause gezogen. Er war sehr verunsichert da er das alles nicht kennt und offensichtlich noch nie ein richtiges Zuhause hatte. Seine neuen Menschen werden ihm die Zeit geben die er braucht um sich einzuleben und sicherer zu werden. Mit einer Errungenschaft der Zivilisation, der Couch, konnte sich Tamino allerdings schnell anfreunden 😉
Wie die meisten von euch wissen, tragen wir uns seit jeher finanziell komplett aus eigener Kraft. Mit so vielen Hunden wie wir haben davon im Schnitt 25 Senioren, 2 MitarbeiterInnen und zwei Azubinen muss man gut wirtschaften und ist ohne Frage auf Spenden angewiesen.
Die Ing Diba führt immer am Ende des Jahres eine Spendenaktion durch. Dieses Jahr wurden wunderbarerweise wir als Begünstigte ausgewählt. Über drei Wochen gab es stundenweise einen Infostand im Bankgebäude besetzt mit Bank MitarbeiterInnen die aufs Beste unsere Sache vertreten haben. Von der Bank Belegschaft wurden in dieser Zeit 5000,00 € gespendet. Der Vorstand beschloss eine Verdopplung der Summe, so dass letztlich 10.000 € zu unseren Gunsten gesammelt wurden. Das ist eine unglaubliche Sache, denn normalerweise kommen wir nicht in den Dunstkreis von Aktionen in dieser Größenordnung. Am 10.12.2025 fand die Scheckübergabe statt. Wir danken allen Ing Diba Menschen die zu diesem großartigen Ergebnis beigetragen haben. Mit den im neuen Jahr direkt anstehenden Operationen ist das Geld mehr als willkommen. Jeder Cent kommt direkt unseren Hunden zu Gute da es bei uns keinerlei Verwaltungskosten o.ä. gibt.
So das wäre dann mal wieder geschafft. Ich verbringe mindestens drei Stunden täglich in der Futterküche und habe dabei das Radio laufen. Es ist wirklich unfassbar wieviele Weihnachtslieder es gibt die in der Zeit 24/7 auf einen einprasseln. Wenn ich vor Ablauf der knapp 12 Monate bis das Gedöns wieder losgeht vor der Zeit was von Misteltoe, Jingle Bells, white Christmas oder so höre dann fällt mir das Essen aus dem Gesicht…
Aber es gibt ja auch noch nette Sachen, zum Beispiel dass unsere liebe Wilma am 23.12.2025 umgezogen ist. Ruhig und gelassen wie sie ist hat sie den Umzug prima gemeistert. Das Mäuschen schaut ja immer etwas tragisch und trägt nicht das Herz auf der Zunge aber es muss ja nicht jeder Hund ein Wirbelwind sein. Im Gegenteil die Ruhigen sind im Zusammenleben sehr angenehm. Mit 21 Hunden im Haus weiß ich wovon ich rede 😉 Ich bin sicher, auch Wilma wird mit der Zeit noch aus sich raus kommen. Sie hat nicht die schönsten Erfahrungen und sie wird sich die Zeit nehmen die sie braucht.
Und hier noch der letzte Neuzugang für dieses Jahr der einjährige Barry. Sein Mensch war schwer erkrankt und Barry kam in das fürchterliche bulgarische Tierheim. Der Bub war wie versteinert und völlig überfordert, sass nur zitternd in einer Ecke. Iwo fand ihn und brachte ihn in die Klinikpension. Dort war Barry in Sicherheit, bekam regelmäßig zu futtern und hatte mehr menschliche Zuwendung. Eine Familienangehörige einer Helferin sah den Knopf auf der Facebook Seite des Rettungsankers und verlor ihr Herz an ihn. Am Sonntag, einen Tag nach seiner Ankunft hier erfolgte das Kennenlernen und nach Silvester zieht Barry in sein neues Zuhause. So schnell kanns gehen wenn man Glück hat und wie jeder Hund in Not hat das auch der süße Knopf verdient.
Wir überlassen euch jetzt dem Weihnachtsirrsinn. Die einen werden Spaß und Freude am Zusammensein mit Familie und Freunden haben, manch andere Zoff und Frust. Wie auch immer, macht das Beste draus und wenn drin die Luft zu dick wird schnappt euch euren Hund und geht raus. Tief Luft holen, auch diese Tage gehen vorbei. Hier bei uns geht alles seinen gewohnten Gang, wie sollte es auch nicht mit so vielen Hunden die betreut und bespasst werden wollen. Also, bis die Tage…
Mit dem Transport vom vergangenen Wochenende war die letzte Chance noch dieses Jahr dem schrecklichen Kettentierheim in Bulgarien zu entkommen. Drei Hunde konnten wir aufnehmen. Als Erstes stelle ich euch heute Ambra und Muffin vor.
Die sechsjährige Muffin kam 2022 mit ihren sieben Welpen in dieses Tierheim. Keiner ihrer Zwerge überlebte und seitdem hing eine traurige Muffin an der Kette.
Die Knutschkugel die selbstredend umgehend Mitglied der Weight-Watchers-Grupe wurde, ist ein fröhliches, anhängliches und verschmustes Mädel, die einfach froh ist, dass ihr Leben eine gute Wendung genommen hat.
Der dreijährigen Ambra erging es nicht besser als Muffin auch wenn sie zum Glück nicht so lange an der Kette ausharren musste. Auch sie schaut schon viel fröhlicher in die Welt und genießt ihre Freiheit.
Nach fünf Monaten bei uns war es für den kleinen Ziggy soweit, der Umzug ins erste richtige Zuhause. Ziggy war sehr schüchtern und ängstlich als er hier bei uns ankam und wurde nur langsam lockerer. Nur mit einigen unserer Helferinnen war er zugänglich aber als die Interessenten letzte Woche für ihn kamen schmiss er sich ran wie vorher noch nie. Das war schön zu sehen, vor allem da die Sympathie auf beiden Seiten bestand. Den Umzug hat Ziggy gut gemeistert, sich entspannt alles angeschaut und dann erstmal ein Schläfchen gemacht. Jetzt erst wird aus Ziggy ein richtiger chinesischer Glückskeks und ich glaube, das weiß er auch 😉
Heute war der Tag der Wahrheit, Anouks Kopf CT. Ich habe eine gute und eine sehr schlechte Nachricht. Fangen wir mit der Guten an: Das Ding im Ohr war zum Glück nur eine Zyste, die entfernt werden konnte.
Das CT zeigte aber auch, dass Nouki einen Tumor in der Nase hat, der in der Mitte der Nase beginnt und bereits dreiviertel der Stirnhöhle einnimmt. Ja, schöner Mist, denn zu machen ist da nichts mehr. Es hat ihm auch nicht geholfen wieder alle anderen im Wartezimmer und die Ärzte der Klinik mit seinem Charme und seiner Freundlichkeit um die Pfote zu wickeln, denn ein wirkliches Zuhause war ihm trotzdem nie vergönnt. Das ist alles sehr frustrierend, Schmerzmanagement und ganz genau beobachten, ob Anzeichen für Kopfschmerzen, Schwindel etc. zu bemerken sind. Ach Nouki, es ist zum kot…. , dass es so zu Ende gehen soll…