Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.
Wir hatten immer keine Zeit schöne Bilder von Pipin unserem kleinen, dreijährigen Pudelmixbuben zu machen, aber gestern ist es endlich gelungen. Er ist ein total freundlicher und aufgeschlossener Schatz und das obwohl er Schlimmes erlebt hat, sein Vorbesitzer hat ihn von einer hohen Brücke geworfen um ihn zu entsorgen. Pipin wurde dadurch im hinteren Teil schwer verletzt, so dass er nicht mehr durch die Harnröhre pullern kann. Er bekam einen künstlichen Ausgang mit dem er prima zurecht kommt, er verliert hin und wieder ein paar Tröpfchen aber es wird hoffentlich Menschen geben für die das kein Hinderungsgrund ist diesem fröhlichen Bub ein liebevolles Zuhause zu geben.
Totgesagte leben länger. Dass an diesem Spruch was dran ist beweist unsere alte Nala jeden Tag aufs Neue. Im Laufe des letzten halben Jahres war die Tierärztin schon dreimal da um sie auf den letzten Weg zu schicken. Egal wie hinfällig Nala teilweise über Tage hinweg vorher aussah, in dem Moment in dem die Tierärztin auftauchte schien sie jedes Mal ungeahnte Energien aufzubieten und sagte mit dem ihr eigenen, sehr ausgeprägten Dickkopf ganz klar, „kannst wieder gehen“, war nicht so gemeint, ich bin noch nicht soweit“. Und in der Tat in den letzten Wochen scheint das alte Mädel jeden Tag etwas fitter zu werden. Das gipfelte dann heute darin, dass Nala als sie merkte die anderen Oldies gehen alle spazieren deutlich signalisierte da will ich mit! Klar nicht zum laufen aber ne Runde im Buggy mitfahren und dann für ihre Verhältnisse ausgiebig auf der Trainingswiese rumtappeln und rumschnuffeln. Das war wirklich unglaublich. Unsere Alten sind einfach die Besten 🙂
Felix und Joy, Glück und Freude, das war einmal, als beide noch in ihrem Zuhause waren das sie jetzt wegen Trennung nach fünf Jahren verlassen mussten.
Egoistisch wie Menschen sind gerieten Felix und Joy zwischen die Fronten des Rosenkrieges, wurden getrennt, einer blieb bei der einen, der andere bei der anderen Partei. Nun sind sie wieder zusammen und zwar hier bei uns. Felix ist inzwischen 10 Jahre und Joy 9. Beide sind liebe und liebenswerte Hunde, die hoffentlich nochmal das Glück haben ihren Namen gerecht zu werden.
Viele Hunde, viele Tierarzttermine. Gestern gings mit Anouk zur Augenärztin. Sein linkes Auge ist immer wieder vereitert inclusive der linken Nasenseite. Das Auge verschwindet hinter dem Lid so dass er kaum noch etwas auf der Seite sieht und das Lid schließt auch nicht mehr richtig was weitere Probleme verursacht. Im Moment muss Anouk sechs Mal am Tag Augentropfen bekommen was ganz schön aufwändig ist. Wir müssen sehen wie sich das alles entwickelt und ob es ggfls. die bessere Option ist das Auge rausnehmen zu lassen.
Heute hatte die Zahnfee schon wieder ihren nächsten Einsatz, Zora war dieses Mal dran. Fünf Zähne mussten gezogen werden aber jetzt ist alles wieder schön.
Mal wieder raus aus der Komfortzone, was Neues erfahren und andere Hunde kennenlernen. Das übt und tut gut und so sind Sweety und Enni heute zu Aska und Tari umgezogen. Es hat gezeigt wieviel Tari im Laufe der Zeit gelernt hat und wieviel sicherer sie im Umgang mit anderen Hunden geworden ist.
Alles lief sehr entspannt ab zwischen den Mädels. Aska war gleich zum spielen aufgelegt, Sweety hat sie auf Morgen vertröstet 😉
Ist sie nicht Klasse unsere Zwergentruppe?! Bei den herrlich kühlen Temperaturen macht alles gleich wieder viel mehr Spaß. Jetzt können alle mal ein paar Tage durchschnaufen eh die Hitze wieder losgeht.
Remco hats geschafft, er ist in sein neues Leben durchgestartet in einem mehr als Wörrstädter erprobten Zuhause denn Remmi ist der 5. unserer Schützlinge der jetzt dort einzieht. Er hat den besten Hundekumpel den Hund sich wünschen kann, unseren Boogie, ein Traum auf vier Pfoten. Gefährtin Nicky war gestorben und Boogie und seine Menschen wollten wieder Gesellschaft. In Remmi haben sie jetzt wieder ein Goldstück ergattert. Auf das gute Leben ihr Vier!
Grannen sind einfach brand gefährlich. Durch Zufall entdeckten wir dass bei sich Loop im Halsbereich zwei von den Biestern schon durchs Fell in die Haut gebohrt hatten. Man sah nur noch die Eintrittswunde. Am nächsten Tag als wir beim Tierarzt waren, war das Loch schon zu und es wäre nicht mehr zu bemerken gewesen.
Das ist so gefährlich wenn die Grannen dann im Körper weiter wandern . Sucht eure Hunde nach dem Spaziergang ab. Da der Bub eh in Narkose lag und sehr zu Zahnsteinbildung neigt wurden die Beisserchen auch noch gereinigt und ordentlich Unterfell entfernt. Loop der ja bekanntermaßen kein Menschenfreund ist und sich nur von Christian und Kim hier wirklich händeln lässt, hat sich gut verhalten und keine Anstalten gemacht die Tierärzte „fressen“ zu wollen. Klar war er mit Mauli abgesichert aber es war (fast) alles im grünen Bereich.
Heute hatten sie es im Radio von Hitzehelden, Menschen die in dieser brütenden Hitze draußen arbeiten müssen. Auch unsere MitarbeiterInnen und Ehrenamtlichen sind ohne Frage Hitzehelden die ohne zu murren egal bei welchem Wetter, ob 40 Grad plus oder 20 Grad minus alles geben damit es unseren Hunden gut geht. Das ist etwas Besonderes und wir sind unglaublich froh und stolz so viele besondere Menschen an unserer Seite zu wissen. Diese vier lieben Menschen stehen exemplarisch für unsere vielen Hitzehelden.
Zahnarzt nächster Teil, heute war Claire dran. Es musste zum Glück nur einer gezogen werden und der Rest ist jetzt wieder blitzeblank. Gleichzeitig wurde die Zeit die Claire in Narkose war zu ausgiebiger Fellpflege genutzt. Kann ja nicht schaden bei der Hitze.
Auch nach 28 Jahren und über 5000 Hunden erleben wir immer noch Dinge die vorher noch nie da waren. Aber ich fange mal von vorne an. Gestern am späten Nachmittag entlief unsere kleine, schüchterne Ella, ein Chinesenmädchen das am Donnerstag ankam. Sie erschreckte sich wegen eines Geräuschs, verfiel direkt in völlige Panik und zwängte sich mit aller Macht durch einen total engen Spalt. Wir suchten bis in die Abendstunden ohne Erfolg. Die angerufenen Suchhundestaffeln waren beschäftigt und meldeten sich nicht zurück. Alle Gassigänger hielten heute Vormittag nach Ella Ausschau aber weiterhin kein Hinweis auf ihren Verbleib. Am späten Vormittag dann der erlösende Anruf, Ella konnte gesichert werden.
Wie das ist eine besondere Geschichte. Letzte Nacht lief Ella über eine Strasse hier in Wörrstadt. Sie hatte immer noch ihr Halsband mit einer langen Schleppe dran an. Ein Mann sah sie, nahm die Schleppe auf und band sie an den nächsten Laternenpfahl und machte sich wieder auf den Weg. Ella fing an zu bellen. Ein Ehepaar das in der Strasse wohnt hörte sie und stand auf um nachzusehen. Sie fanden Ella und informierten die Polizei die zusagte jemanden zu schicken. Eine Stunde stand das Ehepaar mit Ella auf der Strasse, Polizei kam keine. Da es schon sehr spät war beschlossen sie Ella über Nacht mit ins Haus zu nehmen. Am Vormittag kam ein befreundetes Ehepaar zu Besuch und lernte Ella und ihre Geschichte kennen. Sie wollten gerne wieder einen Hund waren aber nicht aktiv am suchen da sie überzeugt waren dass ihr nächster Hund sie von selbst finden wird. Ja und genauso war es denn Ella hat jetzt genau bei diesen lieben Menschen ein Zuhause gefunden. Verrückt oder ???!!! Ein besseres Happy End hätten wir uns nicht ausdenken können. Wir sind ungeheuer froh, dass Ella das riesen Glück hatte in der Nacht auf so freundliche und verständige Menschen zu treffen denen es nicht egal war was mit der Kleinen passiert. Das Karma hat es gut mit ihr gemeint und wie gesagt, es gibt keine Zufälle im Leben…