Mit unserem Tagebuch möchten wir euch einen kleinen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn des Tierheimalltags, unsere Arbeit und Erlebnisse geben. Ihr könnt Freude und Trauer mit uns teilen und seid so einfach ein bisschen mittendrin und bei uns und den Hunden.
Heute nur was Kurzes, dafür umso erfreulicheres. Die pathologische Untersuchung hat ergeben, dass es nichts bösartiges ist, sondern die Ursache eine chronische Nasenschleimhautentzündung. Seit das Geflecht entfernt wurde hatte Nala auch kein Nasenbluten mehr und ist schon viel besser drauf. Gut, so kann es bitte erstmal weitergehen im neuen Jahr.
So da wären wir wieder, es ist mal wieder überstanden. Alles in Allem war es laut und ätzend aber immerhin nicht ganz so schlimm wie die letzten Jahre. Vor allen Dingen war es heute Tagsüber ungwöhnlich ruhig, haben anscheinend ihren Scheiß weitestgehend gestern Nacht verballert. Gut so.
Ich will es gerne als gutes Omen fürs neue Jahr nehmen, dass Gestern und Heute ungewöhnlich viele Ehrenamtliche da waren. Vielleicht sind inzwischen auch einfach viele dem Alter entwachsen, wo man sich an Sylvester gnadenlos die Kante gegeben hat und den nächsten Tag zum nüchtern werden brauchte… Oder unsere Helfer sind einfach die „besseren Menschen“, wäre auch ne Erklärung 😉 Im Gegensatz zum Weihnachtsmarkt haben wir im Moment wirklich Glühweintemperaturen, also gabs zwischendurch ein Tässchen zum aufwärmen.
Für unsere Hunde heißt es neues Jahr, neue Chancen, und hoffentlich neues Glück. Das Jahr wird es weisen.
Normalerweise bin ich erst am 31.12. schlecht gelaunt, dieses Jahr gehts einen Tag früher los. Die scheiss Knallerei die schon am späten Nachmittag losging hat die Hunde in Angst und Schrecken versetzt. 10 von ihnen waren schon jetzt so gestresst, dass sie nichts fressen konnten. Keine guten Aussichten vor allem bei der Kälte, da braucht man Kalorien und keine 0 Diät. Gut gelaunt und feiernd ins neue Jahr wechseln, das gibt es für uns nicht. Für uns ist jeder Jahreswechsel Nervtötend und sicher nicht mit Spaß oder Entspannung verbunden. Ach ich lass es sein für heute, besser wirds nicht….
Von 14 unserer Hunde haben wir uns dieses Jahr verabschieden müssen. Das waren harte Zeiten aber das ist ein unausweichlicher Teil wenn man wie wir auch einen Gnadenhof hat und es einem ein Herzensanliegen ist grauen Schnauzen einfach noch eine gute Zeit zu bereiten. Es waren einige Hunde dabei denen wir gerne die dringend benötigte Hospizstelle gewährt haben. Jeder von uns möchte wenn das Ende naht gut und liebevoll betreut und umsorgt werden. Wir können für solche Hunde die zu ihren unheilbaren Krankheiten noch unter schlimmen Bedingungen leben müssen den entscheidenden Unterschied machen. Sie haben es einfach nochmal schön, werden geliebt, bestens versorgt und dürfen in Würde gehen wenn es an der Zeit ist.
In den letzten Tagen haben wir von zwei Abschieden erfahren die ehemalige Langzeithunde von uns betreffen. Wer uns über das Tagebuch schon länger begleitet wird das Bertchen und den Cosmo noch in guter Erinnerung haben. Berta war vier Jahre bei uns, Cosmo über 8 Jahre. Es war wie ein Wunder als die Beiden, Berta sogar zusammen mit ihrem Freund Konrad, jeweils wunderbare Zuhause gefunden haben. Das Bertchen ist am ersten Weihnachtstag eingeschlafen und Cosmo hat gestern die Seiten gewechselt. Uns verbinden mit diesen ganz besonderen Hunden viele gemeinsame Erinnerungen und sie gehören definitv zu denen die wir nie vergessen werden. Wir sind sehr glücklich, dass ihr noch so eine wunderbare Zeit – Berta 20 Monate und Cosmo vier Jahre – mit euren Menschen haben durftet. Gute Reise ihr Beiden und seid nett zu den vielen Wörrstädtern die ihr da oben trefft.
Unsere alte Nala hat immer häufiger langanhaltendes Nasenbluten. Durch die Feiertage haben wir erst für heute einen Termin beim Tierarzt bekommen. Es wurde festgestellt, dass sie vorne am rechten Nasenloch eine Zuwachsung hat, die immer wieder zu bluten beginnt. Diese wurde entfernt und die Stelle anschließend gelasert.
Das entfernte Gewebe wurde zur pathologischen Untersuchung eingeschickt. Jetzt heißt es mal wieder Daumen drücken, dass es nichts Schlimmes ist. Ihr könnt euch denken, dass ich heute mit einem sehr mulmigen Gefühl mit Nala zum Tierarzt gefahren bin und Angst hatte dass es so schlimm ausgeht wie bei Lulu. Aber jetzt wollen wir erstmal hoffen, dass alles gut wird.
Ja ich weiß, ein bisschen spät, da wir so gar keine Weihnachtsheimer sind gings irgendwie verschütt, aber immerhin noch ist Weihnachten und Sylvester steht noch aus….
Unsere liebe langjährige Patin Frau M. von der Ostsee hat wieder mega leckere Weihnachtspäckchen für ihre Patenhunde Hanny und Sydney und den Rest der Bande geschickt. Ganz lieben Dank dafür, die Nasen freuen sich schon auf ihre extra Belohnung.
Und hier sind noch Drei die unser Chancengeschenk bekommen haben:
Es war gut dass die kleine zweieinhalbjährige Zoe jetzt noch mit rauskam. Sie ist ziemlich erkältet, hustet und hat eine Schniefnase. Das wird ja unbehandelt in der Kälte nicht besser. Als sie nach der Ankunft ins Hundehaus kam, hat sie sich sofort unter die Wärmelampe gelegt. Zoe ist ein sanftes, eher zurückhaltendes Mädel, die es gerne ruhig und überschaubar hat.
Dem knapp dreijährigen Cäsar wurde die Zeit lang an der Kette und er war mehr als froh, als er reisen durfte. Er ist fröhlich, Kontaktfreudig, verträglich und ein rundum netter Kerl.
Die viereinhalbjährige Angie hat Temperament. Was muss es ihr unendlich schwer gefallen sein an der Kette zu hängen, sich nicht bewegen zu können. Das holt sie jetzt alles nach, ist kaum zu bremsen, will rennen, toben, spielen und endlich wieder leben.
Im Winter dem Elend und der Kälte entfliehen kann Lebensrettend sein. Da es bei uns schon lange keine Weihnachtsgeschenke mehr gibt, wozu auch, wir haben alles was wir brauchen, verschenken wir Chancen auf ein gutes Leben und deswegen sind gestern Morgen nochmal ein paar bisher Chancenlose Hunde bei uns angekommen.
Die kleine, dreijährige Amelie hing an der Kette. Pitschenass, völlig verschlammt und frierend wurde sie zum Glück von Iwo dem Tierschützer vor Ort im Tierheim entdeckt, von der Kette geholt, gebadet und auf einer Pflegestelle untergebracht. Nun sind die Pflegestellen vor Ort kein Hort des Luxus, auch dort leben die Hunde draußen und haben nur ihre Hütten, werden aber besser versorgt. Nun ist das kleine Mädel bei uns und sie ist so wie sie aussieht, ganz schön pfiffig 🙂
Für den kleinen, 10 Monatigen Matti war es höchste Zeit dass er rauskam. Unter seinem nachwachsenden Pelzchen ist der kleine Mann rappeldürre und man hat nur Knochen in der Hand. Lange hätte er das nicht mehr durchgehalten. Er genießt es unter der Wärmelampe zu liegen und sich das Bäuchlein mit gutem Futter voll zu schlagen.
Man soll nicht meinen, dass das der gleiche Hund ist. Seit zwei Wochen ist Goody bei uns. Die Hoffnungslosigkeit ist längst Lebensfreude und Neugierde auf das was kommt gewichen. So viel selbstbewusster ist sie inzwischen geworden. Die Augen sind der Spiegel der Seele…
Letzte Woche ist auch unsere schüchterne Hetty umgezogen. Sie sucht gerne Nähe ist aber mit Allem nicht so die Mutigste, aber mit Hilfe ihrer neuen Familie meistert sie jeden Tag ein Stückchen mehr in ihrem neuen Leben. Go Hetty, mach dich locker, du schaffst das.