
Zum Wochenanfang gibt es heute eine ganz besondere Geschichte. Die Geschichte vom ehemaligen Kettenhund Woody mit den ungleich abgesäbelten Ohren der zum Globetrotter wurde…. Aber seine Geschichte erzählt Woody am besten selbst, viel Spaß beim Lesen :
Hallo ihr Lieben,
nun ist es schon etwas mehr als vier Jahre her, dass ich euch verlassen durfte und bei meiner neuen Familie eingezogen bin. Heute möchte ich euch gerne ein kleines Update aus meinem Leben als Prinz geben.
Nachdem meine Mama sich damals sogar mit der Vermieterin angelegt hat, damit ich zu ihr kommen kann, wurde ich im Haus herzlich willkommen geheißen. Selbst die Vermieterin war am Ende ziemlich angetan von mir. Ich bin eben ein toller Kerl 😉
Ich habe Mama jeden Tag mit zur Arbeit begleitet und hatte dort sogar meinen eigenen Schreibtisch direkt neben ihr. Alle waren super lieb zu mir, und an Kuscheleinheiten hat es mir nie gefehlt.
Im Januar 2023 haben wir uns von Mamas Freund getrennt, und wir sind gemeinsam nach Wiesbaden gezogen. Das war richtig cool. Mama war glücklich, weil wir mitten in der Stadt und damit nah an ihrer Arbeit gewohnt haben. Ich war glücklich, weil es in der Nähe Wald und einen großen Hundespielplatz gab. Drei Mal pro Woche waren wir abends dort auf Play-Dates. Dass ich danach jedes Mal duschen musste, hatte mir vorher allerdings niemand gesagt. Aber gut – ist ja nicht meine Schuld, dass es dort den Rhein und einen riesigen Sandberg zum verbuddeln gibt.
Wir sind viiieeel gereist. Nach Süditalien zum Uropa, nach Spanien zur Uroma, Frankreich (ich hab sogar den Eiffelturm gesehen), Amsterdam, Bayern und in die Schweiz in die Berge.
Leider bekam Mama danach Corona und konnte in der Folge acht Monate lang nicht mehr arbeiten, weil sie zeitweise weder richtig lesen noch schreiben konnte. Das hat ihr psychisch sehr zugesetzt. Aber sie hatte ja mich.
Laufen fiel ihr auch schwerer, was ich persönlich gar nicht schlimm fand. So hatte ich beim Gassi gehen deutlich mehr Zeit zum Schnüffeln.
Da der Arzt ihr geraten hatte, in ein anderes Klima zu gehen, ist Mama für zwei Monate nach Südamerika geflogen. In dieser Zeit war ich bei ihrem Papa und seinem Hund. Anfangs hatten wir beide leichte Eifersuchtsprobleme, aber nach kurzer Zeit haben wir uns richtig lieb gewonnen. Und ich kann euch sagen: Bei Opa war es großartig.
Opas Hund ist Rettungshund, deshalb waren wir zweimal pro Woche im Wald zum Training. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht, und ich habe richtig viel Neues gelernt.
Mamas Zustand hat sich während ihres Aufenthalts in Südamerika stark verbessert, und sie entschied sich, dort zu bleiben. Also haben wir unsere Wohnung aufgelöst, Mamas Sachen verkauft, meine Dokumente fertig gemacht und sind losgedüst. Ziel: Paraguay. Hatte ich vorher auch noch nie gehört.
Der Flug war erstaunlich entspannt. Mama hat mich per Kamera überwacht und sogar einen Tracker benutzt, damit am Flughafen bloß niemand vergisst, mich in São Paulo umzusteigen – und damit sie sicher sein konnte, dass es mir gut geht. Ehrlich gesagt habe ich die meiste Zeit geschlafen.
Aber nach über 20 Stunden Flug musste ich dann doch dringend auf die Toilette. Ich glaube, ich habe einen neuen Rekord im Dauerpinkeln aufgestellt.
Paraguay ist wirklich wunderschön. Es ist warm, ich liege viel am Pool und genieße mein Leben. Hier gibt es fantastisches Fleisch, und Mama kocht sehr oft frisch für mich.
Wir besuchen auch regelmäßig Oma, die schon länger hier lebt und eine Hunde-Auffangstation hat. Dort habe ich immer jemanden zum Spielen.
Irgendwann habe ich dann auch noch einen Bruder bekommen – wovon weder Mama noch ich anfangs besonders begeistert waren. Oma hat Mama nämlich einen Pomeranian-Welpen geschenkt. Den Blick von uns beiden könnt ihr euch sicher vorstellen.
Nach etwa einem Jahr mit ziemlich viel Zoff habe ich ihn schließlich akzeptiert. Heute ist er wirklich mein Bruder. Wenn er mal nicht da ist, will ich weder essen noch Gassi gehen.
Wir liegen mittlerweile entspannt zu dritt im Bett, ich zeige ihm die Welt beim Schnüffeln und bringe ihm bei, dass man große Hunde besser nicht angreift, wenn man ein langes Leben haben möchte.
Irgendwann hat Mama noch ein Pferd geholt, er heißt Viko und ist ziemlich cool. Wir machen immer Wettrennen. Meistens gewinnt er, aber das behaltet bitte für euch.
Mama arbeitet hier von zu Hause aus und lässt uns nur selten allein. Selbst zum Pilates dürfen wir mitkommen. Diese komischen Maschinen sind zwar etwas unheimlich, aber ich passe immer gut auf, dass Mama nicht runterfällt.
Letztes Jahr haben wir viel gesehen: Wir waren in Brasilien am Meer, haben Buenos Aires in Argentinien besucht und sind sogar bis zum südlichsten Punkt der Welt gereist. Das war wirklich kalt – brrrr.
Als Nächstes steht Uruguay auf dem Plan, aber erst, wenn es hier etwas kühler wird.
Wenn Mama mal nach Deutschland muss, kommt ihre beste Freundin Lari zu uns und passt auf uns auf. Bei Oma bin ich nämlich nicht gern länger als einen Tag. Das ist mir mit so vielen Hunden einfach zu stressig.
Lari bringt dann manchmal ihre Katze mit. Ich spiele sehr gern mit ihr. Sie allerdings nicht so gern mit mir. Das finde ich etwas traurig, aber man kann eben nicht von jedem geliebt werden.
Auf jeden Fall möchte ich euch wissen lassen, dass es mir gut geht und euch von Herzen für alles danken, was ihr für mich getan habt.
Jetzt staube ich mir noch einen Knochen von Mama ab und gehe wieder ins Bett.
Herzliche Grüße
Franzi, Woody und Lenny













