20.12.2021

Empathie- und verantwortungslose (Un-)Menschen gibt es leider überall auf der Welt, so auch bei uns in Deutschland. Am späten Nachmittag bekamen wir diese beiden kleinen Mädchen gebracht. Die Finderin sagte, sie habe sie in einer Box ausgesetzt bei Wöllstein im Feld gefunden. Bei der größeren der Beiden war das rechte Auge total mit dem Fell verklebt und sie atmete nur röchelnd und so ging es direkt zum Tierarzt. Dort erlebten wir einige böse Überraschungen. Nach dem Wegscheren des Fells sah man, dass das Auge doppelt vergrößert ist, es sieht nach einem Glaukom aus. Das Mädel muss schlimme Schmerzen haben. Sie wurde soweit möglich mit allem versorgt und Morgen gehts direkt zur Augenärztin.

Als die Tierärztin um nach dem Zahnstatus zu sehen, die Lefze am Vorderkiefer hochheben wollte, klappte die komplette Nase nach oben. Sie hat keine Verbindung zum Kiefer und einen offenen Gaumen, wodurch sie auch atmet, daher die Geräusche. Das hatte auch der Tierarzt noch nie gesehen.

Die Kleine hatte schon bei uns auf dem Gelände mehrfach versucht erfolglos Kot abzusetzen. Bei der Untersuchung war rasch klar warum da nichts ging. Sie war hinten so verklebt, dass das verfilzte Fell wie eine Platte davor lag und nichts mehr durchging. Sie wurde frei geschnitten und wird heilfroh sein, endlich wieder einen Haufen machen zu können. Auf dem linken Auge sind Verletzungen der Hornhaut zu erkennen, so dass auch sie uns Morgen zur Augenärztin begleiten wird.

Das größere Mädel wird auf ca. 5-6 Jahre , die Kleinere auf ca. 3 Jahre geschätzt. Vom Gesäuge her gibt es keine Hinweise dass sie zur Zucht benutzt wurden. Überflüssig zu erwähnen, dass Beide nicht gechipt sind. Wer Hinweise auf die Herkunft der beiden Hündinnen geben kann, soll sich bitte bei uns melden. Die Hinweise werden vertraulich behandelt. Es ist einfach eine Schande unschuldige Lebewesen so verrotten zu lassen. Wir schauen jetzt erstmal wie es medizinisch weitergeht, es besteht wenig Hoffnung, das Auge erhalten zu können. Wenn alles abgeklärt ist, wären wir froh, eine kompetente Pflegestelle für die beiden zu finden. Sie lassen alles über sich ergehen, die Kleine hat ziemlich Angst vor Menschen. Jetzt liegen sie mit satten Bäuchlein eng zusammen gekuschelt unter der Wärmelampe und tanken Kraft für das was vor ihnen liegt. 

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