17.05.2015

Ok, das mit dem bespaßen von unterwegs hat dann doch nicht geklappt. Hatte das Notebook Zuhause liegen lassen. Ich bin antiquiert, so was macht man doch ganz easy mit dem Smartphone. Stimmt, aber nur wenn man eins hat.

Tja und dann habe ich euch die ganze Woche auch noch mit dem letzten „Aufreger-Eintrag“ schmoren lassen. Tut mir echt leid, aber manchmal ist es besser erst mal die Luft anzuhalten. Vielleicht habt ist es euch aber auch eh schon auf der Vermittlungsseite aufgefallen, unsere Tess ist wieder da. Sie wollte lieber eine Wörrstädterin bleiben, statt Schweizerin zu werden.

Dass Tess in fremder Umgebung ohne alles was ihr vorher Sicherheit gegeben hat wieder recht nervös werden würde, damit war zu rechnen. Wir haben mit überhaupt nichts hinter dem Berg gehalten, aber die Menschen hören und verstehen das was sie verstehen wollen, da können wir noch soviel reden.  Das ist wie wenn wir einen Rottweiler-Labradormischling inserieren. Die Leute lesen LABRADOR und blenden den Rottweiler einfach aus.

Natürlich kam dann die ein oder andere Situation in der Tess nicht mehr ansprechbar war, was grundsätzlich nicht gefährlich sondern einfach nur laut ist und Kraft erfordert sie halten zu können. Mit einem Hund wie Tess muss man manche Dinge einfach managen, z.B. mit ihr zum spazieren gehen ganz gezielt eine ruhige Umgebung aufsuchen denn Auto fährt sie gerne. Gut, man kann das natürlich auch alles lassen, sich gleich ins Bockshorn jagen lassen und den Hund wieder zurück geben. Ist natürlich die einfachere Variante, statt mit Zeit, Geduld, Management und einer guten Hundeschule zu reagieren.

Man übernimmt immer eine große Verantwortung wenn man einen Hund aufnimmt, egal ob aus dem Tierschutz oder beim Züchter gekauft. Bei einem Hund der bereits seit sieben Jahren im Tierheim ist, übernimmt man aber eine ungleich größere Verantwortung, dass man sich dessen nicht bewusst sein kann, das übersteigt wirklich unser Vorstellungsvermögen. Aber es ist wie es ist. Die Wiedersehensfreude bei Tessi und Diddl war riesig. Haben gleich mal eine Runde zusammen gespielt und nun ist wieder alles wie vorher und das ist ok für die beiden.

Und wir? Wir haben das Problem, wem wir denn noch vertrauen sollen und guten Gewissens einen unserer Hunde anvertrauen sollen, wenn es selbst bei dem riesen Aufwand den wir betreiben und all der Mühe und Sorgfalt immer wieder schief geht. Die Unsicherheit der Menschen die schneller entsteht als Vertrauen wachsen kann, das ist der Tod der Mensch-Hund-Beziehung. Wenn wir genug Geld hätten, was wir ja leider nicht haben, dann hätten wir am liebsten einen Gnadenhof und würden keine Hunde mehr vermitteln, müssten uns den ganzen Frust nicht mehr antun. Irgendwann wird es soweit sein, wahrscheinlich wirds aber noch gut 20 Jahre dauern, aber dann wenn wir genauso alt sind wie unsere Hundesenioren, dann werden wir hoffentlich unseren Frieden machen können…

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