Ich bin die Mercy - das heißt Gnade und um die habe ich lange gebettelt,  weil ich dachte ich werde wieder geschlagen und misshandelt.

Ich bin ein 2 jähriges, kastriertes, sehr kleines und zierliches English Settermädchen.

Als ich hier ankam bin ich fast nur auf dem Bauch rumgerutscht oder habe mich vor Angst gar nicht mehr bewegt. Die ersten Wochen war ich bei super lieben Pflegeltern mit ihren vier Hunden und habe dort große Fortschritte im Üben des aufrechten Gangs gemacht.  Die anderen Hunde helfen mir da sehr, auch wenn sie manchmal mit meiner ungeheuren Spielfreude etwas überfordert waren, das hat sich aber inzwischen eingeregelt und ich bin viel ruihger geworden.

Alleine spazieren gehen ist schon lange kein Problem mehr, inzwischen laufe ich auch viel ruhiger an der Leine. Weiche Hundekörbe liebe ich jetzt und ich habe entdeckt, dass auch

Spielzeug eine prima Sache ist. Es ist wie das Paradies für mich und ich gebe mir alle Mühe meine verlorene Kindheit mit allem Spaß den man da so haben kann nachzuholen.

Inzwischen schau ich auch schon nicht mehr so traurig und bald gibts auch neue Bilder von mir.

Auch wenn ich schon große Fortschritte gemacht habe, meine neue Familie sollte auf jeden Fall geduldig und einfühlsam sein, denn noch sind nicht alle Schatten der Vergangenheit vertrieben.

Wie alle Setter habe ich Jagtrieb und sollte deshalb beim spazieren gehen auf jeden Fall an der Leine bleiben. Mit einer langen Schleppleine geht das prima und ich habe so genug Bewegungsfreiheit.

Wie die aktuellen Bilder beweisen, habe ich trotzdem was ich schon alles Schlimmes erlebt haben muss noch nicht verlernt was Lebensfreude heißt. Und die ist bei mir besonders groß, wenn ich draußen an der Schleppleine durch die Felder sausen kann, am liebsten wenn das Korn noch so richtig nass ist - das ist wirklich das Schönste für mich.  Viel Verkehr oder wenn viele Menschen unterwegs sind, das verunsichert mich noch,  ihr solltet also nah am Feld wohnen und mich auch nicht mit in die Stadt schleppen wollen.

Ich suche die Nähe meiner Menschen, bin aber nach wie vor sehr unterwürfig. Das wird sicher auch noch eine ganze Weile so bleiben, aber es ist doch wirklich toll, dass ich trotz aller Schläge immer noch an das Gute im Menschen glaube und für jede Streicheleinheit dankbar bin.